Leiser heizen: Strengere Regeln für Wärmepumpen-Förderung
Wer eine Luft-Wasser-Wärmepumpe fördern lassen will, muss seit Januar 2026 strengere Lärmgrenzen einhalten. Worauf Hausbesitzer jetzt achten sollten – und wie Ärger mit Nachbarn vermieden wird.
Seit Anfang 2026 gelten verschärfte Vorgaben für die staatliche Förderung von Luft-Wasser-Wärmepumpen. Gefördert werden nur noch besonders leise Geräte. Darauf weist „Zukunft Altbau“ hin, ein vom Umweltministerium Baden-Württemberg unterstütztes Informationsprogramm.
Konkret fördert der Bund nur noch Wärmepumpen, die zehn Dezibel unter den Grenzwerten der EU-Ökodesignverordnung liegen. Für Geräte mit sechs bis zwölf Kilowatt Leistung bedeutet das maximal 60 Dezibel. Modelle mit geringerer Leistung dürfen höchstens 55 Dezibel erreichen.
Wärmepumpen-Förderung: Diese Grenzwerte gelten jetzt
Die Geräusche entstehen meist durch den Ventilator der Außeneinheit sowie durch Vibrationen des Kompressors. Laut Zukunft Altbau erfüllen viele Modelle auf dem Markt die neuen Fördervorgaben bereits. Trotzdem sollten Käufer vor der Anschaffung genau prüfen, ob das gewünschte Gerät die Anforderungen einhält.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Emissions- und Immissionswerten. Die Fördergrenzen beziehen sich auf den Schall, den das Gerät direkt am Aufstellungsort abgibt. Entscheidend für Nachbarn ist jedoch, wie viel Lärm tatsächlich ankommt.
Eine Faustregel: Gibt eine Wärmepumpe direkt am Gerät 50 bis 60 Dezibel ab, kommen in drei Metern Entfernung nur noch etwa 35 bis 40 Dezibel an. Das entspricht ungefähr dem Surren eines Kühlschranks. Verdoppelt sich der Abstand, sinkt der Schalldruckpegel um weitere sechs Dezibel.
Für den ankommenden Schall gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Diese sind in der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ geregelt. In reinen Wohngebieten sind tagsüber maximal 50 Dezibel erlaubt, nachts zwischen 22 und 6 Uhr nur 35 Dezibel. In Wohngebieten mit kleinen Geschäften, Praxen oder Büros liegen die Grenzwerte bei 55 Dezibel am Tag und 40 Dezibel in der Nacht. In Misch- oder Dorfgebieten sind es 60 Dezibel tagsüber und 45 Dezibel nachts.
So lassen sich Nachbarschaftskonflikte vermeiden
Messwerte sind das eine, die subjektive Wahrnehmung das andere. Um Konflikte zu vermeiden, empfiehlt Zukunft Altbau eine sorgfältige Planung. Das beginnt bei der Auswahl eines möglichst leisen Modells mit geringem Schallleistungspegel und idealerweise einem Flüstermodus.
Solche Geräte arbeiten nachts mit reduzierter Leistung und sind dadurch leiser. In Kombination mit einem Pufferspeicher kann die Wärmepumpe tagsüber mit höherer Leistung laufen, ohne nachts mehr Lärm zu verursachen. Auch der Standort ist entscheidend. Häufig ist ein Mindestabstand von drei Metern vorgeschrieben, wobei die genauen Vorgaben je nach Bundesland variieren. Diese finden sich in der jeweiligen Bauordnung.
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Damit der Schall nicht verstärkt wird, sollte die Außeneinheit nicht direkt vor Fassaden oder Gartenmauern stehen. Ein größerer Abstand zu Nachbargrundstücken hilft ebenfalls. Zusätzlich können Büsche, Schallhauben oder leichte Einhausungen die Geräusche weiter dämpfen. (dpa/vd)
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