Legenden auf vier Rädern: Die Autos der Boomer
In den 70ern kamen die ersten Boomer ins Führerscheinalter – in einer Zeit, in der das eigene Auto längst kein Luxus mehr war. Heute sind jene Kultmodelle, die damals auf den Markt kamen und alltäglicher Anblick waren, allesamt Oldtimer. Ein Überblick.
Der Renault R5

Kein Auto zum Angeben – aber ein klassischer Wagen für Fahranfänger: Renault bringt 1972 den R5 heraus. Mehr als neun Millionen Stück wurden gebaut, einen davon fuhr der FC-Bayern-Fußballer Wolfgang Kraus. Ja, es gab eine Zeit, in der Profikicker Kleinwagen fuhren.
Der solide Passat

1973: Mit dem ersten Passat gelingt Volkswagen ein betriebswirtschaftlicher Coup: Er war in weiten Teilen baugleich mit dem im Vorjahr vorgestellten Audi 80, der später sogar zum Auto des Jahres gewählt wurde – mehr Synergie geht kaum. Den Passat gab’s allerdings auch als Kombi, was den Grundstein für seine Erfolgsstory legte.
Der Namensgeber für die „Generation Golf“

1974: Lange vor der „Generation Golf“ gab es den Golf. Der Kompaktwagen war die Rettung für den damals kriselnden Volkswagen-Konzern, setzte sich schnell an die Spitze der Verkaufscharts und blieb dort sehr lange – ist aber trotz 35 Millionen verkaufter Exemplare nicht, wie viele glauben, das meistgebaute Automodell aller Zeiten. Das ist der Toyota Corolla.
Der letzte Karmann Ghia

Es scheint nur passend, dass im selben Jahr, in dem der kantige Golf herauskam, die 60er-Jahre auch im Autodesign endgültig enden: Der letzte in Deutschland gebaute Karmann Ghia rollt vom Band. Sein Nachfolger wird der ebenfalls bei Karmann gebaute, aber eben etwas langweiligere VW Scirocco.
Der „Bauern Benz“

1975 stellt Mercedes seine neue Baureihe 123 vor, die den berühmten „/8“ ablöste und auch als „Bauern-Benz“ bekannt werden sollte: Die Diesel-Variante war nicht zuletzt bei Landwirten beliebt. Insgesamt verkaufte Mercedes 2,7 Millionen 123er – keine andere Baureihe der Stuttgarter war so erfolgreich.
Manta, Manta!

Ebenfalls 1975 bringt Opel den Inbegriff der „Proletenkarre“ heraus: den Manta B. Der Zweitürer mit dem unverdient zweifelhaften Ruf wurde insbesondere in Tuningkreisen beliebt, schaffte es zum Filmstar und sorgte für eine legendäre Saalwette bei „Wetten, dass..?“, als es gelang, zehn Manta-Fahrer namens Manni samt Friseurin-Freundin ins Studio zu bekommen.
Der 3er BMW

BMW legt im selben Jahr den Grundstein für seine erfolgreichste Modellreihe: Der erste 3er, werksintern eigentlich E21, kommt auf den Markt. Und sieht nicht nur in diesem Prospekt von 1975 weit moderner und schnittiger aus als sein Vorgänger, die 02-Serie.
Der erste Fiesta

1976 rollt in Saarlouis der erste Ford Fiesta vom Band. Der Kleinwagen sollte ein paar Monate später prominente Starthilfe bekommen: Ford gewann niemand geringeren als „Kaiser“ Franz Beckenbauer als „Testfahrer“. Der Fiesta in all seinen Varianten wurde bis 2023 gebaut.
Der Käfer läuft und läuft

Keine historische Autogalerie kommt ohne den VW Käfer aus. 1978 läuft in Emden der letzte in Deutschland gefertigte „Kugelporsche“ vom Band; bis zum endgültigen Produktionsstopp in Mexiko 2003 wurden mehr als 21 Millionen Exemplare gebaut.
Der schnörkellose Panda

1980 erobert der Fiat Panda die Straßen. Der würfelförmige Kleinstwagen verzichtete auf jedwede Schnörkel, er war ein rollendes Anti-Statussymbol – und wohl auch deswegen beliebt. Nach mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren war in den 90ern aber Schluss für den als „tolle Kiste“ beworbenen ersten Panda: Er konnte neue Abgasnormen nicht mehr erfüllen.
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Das hässliche Entlein

1981 war die „Ente“ zwar schon sehr lange auf dem Markt, nämlich bereits seit 1949. Aber die 80er-Jahre läutete Citroën mit der wohl ikonischsten Form seines 2CV ein: der schwarz-bordeauxroten „Charleston“-Lackierung. Und schon haben wir auch diesen Klassiker elegant in diese Galerie geschmuggelt.
Der Corsa

1982 bringt Opel seinen ersten Kleinwagen heraus: den Corsa, der auch heute – mittlerweile in der sechsten Generation – der Verkaufsschlager der Rüsselsheimer ist.
Der „Baby-Benz“

1983 will Mercedes in der normalen Mittelklasse Fuß fassen und bringt den 190er heraus – den „Baby-Benz“. Der modern designte Wagen, hier präsentiert vom Arminia-Bielefeld-Fußballprofi Horst Wohlers, hatte wegen seines vergleichsweise hohen Preises Startschwierigkeiten, wurde mit 1,9 Millionen verkauften Exemplaren aber dennoch zum Erfolg. (Dieser Text erschien zuerst auf shz.de)
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