Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit wird laut Medienberichten Hunderte Mal in den Epstein-Dokumenten erwähnt. (Archivbild) Foto: picture alliance / Gonzales Photo/Ketil Martinsen | Gonzales Photo/Ketil Martinsen

Kronprinzessin in den Epstein-Akten: Norwegen in Aufruhr

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Millionen Seiten Dokumente und Tausende Fotos und Videos: Das US-Justizministerium hat etliche weitere Epstein-Akten veröffentlicht. Das bringt auch Norwegens Königsfamilie in die Schlagzeilen, denn auch Kronprinzessin Mette-Marit wird in den Dokumenten erwähnt. Diese nimmt dazu Stellung.

Die jüngst veröffentlichten Akten im Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein werfen auch ein negatives Licht auf die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit. Mehrere hundertmal wird die 52-Jährige Medienberichten zufolge in den am Freitag veröffentlichten Dokumenten erwähnt. Bereits vor Jahren wurde bekannt, dass Mette-Marit Kontakt zu Epstein hatte.

Besuch auf Epsteins Anwesen 2013

Für besonders viel Aufsehen sorgte etwa ein Mail-Verkehr, in dem es um einen Besuch auf Epsteins Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida im Jahr 2013 geht. Dem Sender NRK bestätigte der Palast, dass Mette-Marit das Haus von Epstein über einen gemeinsamen Freund geliehen habe. Die Kronprinzessin habe dort vier Tage lang gemeinsam mit einer Freundin gewohnt, teilte die Sprecherin des norwegischen Königshauses, Guri Varpe, demnach mit. 


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Während dieses Besuchs habe sie Epstein auch getroffen. Auf der Privatinsel des Multimillionärs, Little Saint James, habe sie sich allerdings nie aufgehalten. Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.

Mette-Marit: „Es ist einfach nur peinlich“

Noch am Freitagabend entschuldigte sich die Kronprinzessin: Sie habe „Epsteins Hintergrund nicht besser geprüft“, erklärte sie in einer Stellungnahme, die mehreren norwegischen Medien vorliegt. Sie habe ein „schlechtes Urteilsvermögen“ bewiesen und bedauere, „überhaupt Kontakt zu Epstein gehabt zu haben“. „Es ist einfach peinlich“, heißt es weiter. Den Opfern des Sexualstraftäters sprach sie ihr „tiefes Mitgefühl“ und ihre Solidarität aus.

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Schon vor einigen Jahren wurde bekannt, dass Mette-Marit Kontakt zu dem 2019 in Haft gestorbenen Sexualstraftäter hatte. „Ich hätte niemals etwas mit Epstein zu tun gehabt, wenn mir die Schwere seiner Verbrechen bewusst gewesen wäre“, sagte sie damals der norwegischen Zeitung „Dagens Næringsliv“. Demnach traf Mette-Marit den Geschäftsmann 2011 und 2013 mehrfach in den USA und in Oslo. Zu der Zeit lag bereits ein Schuldspruch und eine abgesessene Haft wegen Missbrauchs hinter ihm.

Gerichtsprozess gegen Mette-Marits Sohn beginnt

Die Veröffentlichung der brisanten Mails kommt für die Kronprinzessin zu einer denkbar schlechten Zeit: Ab Dienstag muss sich ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby vor Gericht verantworten. Høiby ist in 38 Punkten angeklagt – unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen Besuchsverbote. Am zweiten Prozesstag soll der 29-Jährige zu den Vorwürfen Stellung nehmen. (dpa/mp)

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