Landschaft bei Cefalù auf Sizilien.

Landschaft bei Cefalù auf Sizilien. Foto: picture alliance/imageBROKER/Raimund Franken

Kindesmisshandlung: Deutsch-indischer Guru im Wald festgenommen

kommentar icon
arrow down

Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien ist der mutmaßliche Anführer einer abgeschotteten Waldgemeinschaft festgenommen worden. Dem Guru wird Beihilfe zur Kindesmisshandlung vorgeworfen. Das berichteten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos.

Bei dem Mann handelt es sich demnach um einen Deutsch-Inder. Er soll eine Gruppe von insgesamt 15 Menschen angeführt haben, darunter auch zwei Kinder. Die Gemeinschaft lebte abgeschieden in einem Wald nahe der Stadt Cefalù.

Sizilien: Kinder lebten ohne Schule und Impfungen

Die beiden Kinder im Alter von sieben und elf Jahren waren laut Berichten weder geimpft noch gingen sie zur Schule. Stattdessen mussten sie nachts rund um das Haus Wachdienste übernehmen.

Das Gebäude, in dem die Gruppe lebte, war nach Medienangaben in einem schlechten Zustand. Es gab keinen Strom und die hygienischen Bedingungen waren prekär.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Luisa Neubauer im MOPO-Interview: „Ich bin immer noch das Mädchen, das seinen Vater zu früh verlor”
  • Sommerurlaub: Wird alles teurer? Wo’s noch Schnäppchen gibt
  • Plattdeutsch-Boom: Ihre Kurse sind ständig ausgebucht
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
  • 16 Seiten Sport: Vor dem Derby! Legende Ailton packt aus
  • 28 Seiten Plan 7: Endlich wieder nachts ins Museum & Ausgeh-Tipps für jeden Tag

Die Staatsanwaltschaft spricht von einem Umfeld, das „durch Formen der Isolation und psychologischer Konditionierung gekennzeichnet“ gewesen sei. Das berichtete Adnkronos unter Berufung auf die Ermittler.

Guru auf Sizilien: Predigte Armut, lebte aber wohl luxuriös

Der Deutsch-Inder inszenierte sich laut Medien als spiritueller Lehrer der Gemeinschaft aus Deutschen, Briten und einer Italienerin. Vor rund zehn Jahren soll er nach Sizilien gekommen sein. Dort habe er mehrere spirituelle Treffen organisiert. Medien bezeichnen ihn als „Guru“.

Das könnte Sie auch interessieren: Vorsicht auf Hamburgs Weihnachtsmärkten: Vor dieser Öko-Truppe warnen Sektenexperten

Nach Angaben von Ansa überzeugte er seine Anhänger von einem Leben in Armut und im Einklang mit der Natur. Gleichzeitig soll er selbst eine Vorliebe für Luxus gehabt haben.

Ermittlungen in Sizilien nach Hinweis eines Vaters

Auslöser der Ermittlungen war der Hinweis eines besorgten Vaters. Er ist Hotelier in Cefalù und wandte sich an die Behörden.

Seine Tochter gehört zur Gemeinschaft und ist die Mutter eines der Kinder. Der Mann berichtete von Manipulationen durch die Gruppe sowie von wiederholten Geldabhebungen. Die beiden Kinder wurden laut Ansa inzwischen aus der Gemeinschaft geholt. (dpa/mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test