Ein Kind im braunen Pullover schaut auf ein Handy.

Unruhiger Schlaf, schlechte Konzentration. Eine hohe Bildschirmzeit kann bei Kindern schwere Folgen haben. (Symbolbild) Foto: picture alliance / photothek.de | Thomas Trutschel

Kinderärztin: Zu viel Bildschirmzeit hat fatale Folgen

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Stundenlang am Handy oder Tablet – eine Kinderärztin warnt: Das bremst nicht nur die sprachliche Entwicklung der Kinder aus. Es gefährdet auch die soziale Entwicklung.

Der Konsum digitaler Medien im Kindesalter hat der Göttinger Kinderärztin Tanja Brunnert zufolge „fatale“ Folgen. „Wir erleben nicht nur große Defizite bei der Sprachentwicklung, sondern auch bei der Grob- und Feinmotorik. Kinder mit hohem Medienkonsum schlafen schlecht und können sich nicht konzentrieren. Auch das Sozialverhalten leidet massiv“, sagte Brunnert der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Nicht umsonst sprechen wir von Bildschirmautismus.“ Brunnert ist auch Bundessprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt:innen (BVKJ).

Sind Freundschaften durch Bildschirmzeit gefährdet?

Bei den über Zwölfjährigen hat der Ärztin zufolge bis zu jeder Vierte ein problematisches Mediennutzungsverhalten. Immer mehr Jugendliche gaben in Untersuchungen an, mehr als sechs Stunden täglich digitale Medien zu nutzen. „Das heißt, die machen nach der Schule praktisch nichts anderes mehr“, sagte Brunnert. Die Fähigkeit, Freundschaften zu knüpfen, gehe dadurch verloren und soziale Ängste nähmen zu.

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Im Interview mit der MOPO betont Dr. Claudia Haupt (Vorsitzende des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Hamburg), die Schule als sozialen Lernort. Sie sagt: „Kinder und Jugendliche brauchen das soziale Miteinander, um zu lernen, wie man sich in Gruppen einfügt und ein guter Teamplayer wird. Dinge wie Streiten, Respekt oder Empathie lernt man nicht im Internet.“ (dpa/mp)

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