Kerosin-Preis explodiert: Lufthansa legt ganze Airline still!

CRJ-Flugzeug der Lufthansa
Ein Bombardier CRJ-900-Flugzeug von Lufthansa City Line

Einen Tag nach der glanzvollen Hundertjahrfeier streicht Lufthansa die Flotte zusammen. Besonders hart werden die Betriebe getroffen, die gerade von den Gewerkschaften bestreikt werden – einer Airline droht sogar die Stilllegung.

Als Reaktion auf hohe Kerosinpreise legt die Lufthansa erste Flugzeuge still. Laut einer Mitteilung trifft es vor allem die Fluggesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline, die in dieser Woche massiv vom fliegenden Personal bestreikt worden sind.

Lufthansa: Abschied von Langstrecken-Jets

Als ersten Schritt plant der Konzern, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden stehen zu lassen. Die Tochter soll komplett geschlossen werden. Die Jets stünden kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und hätten vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilt Lufthansa mit. Damit könnten weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.

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Ende Oktober sollen dann sechs Langstreckenjets der Lufthansa-Kernmarke folgen. Neben vier Airbus A340-600 werden auch zwei Jumbos vom Typ Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp sei für das kommende Jahr vorgesehen. Zusätzlich sollen bei Lufthansa etwa fünf Mittelstreckenflugzeuge aus der Flotte genommen werden.

So begründet die Lufthansa die Maßnahme

Als Grund für die Einschnitte nennt das Unternehmen die deutlich gestiegenen Kerosinpreise sowie die Kosten durch die laufenden Arbeitskämpfe. Es würden besonders ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen, um weniger Kerosin am freien Markt zukaufen zu müssen. Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group sei auf Basis des Rohölpreises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert.

Finanzvorstand Till Streichert nannte die Maßnahmen unumgänglich. Es würden ohnehin geplante Einschnitte vorgezogen. „Die aktuelle Krise zwingt uns, diese Maßnahme nun früher umzusetzen.“ Bei der Cityline seien allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Für das fliegende Personal hatten die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo die Konditionen als unzureichend bewertet. Lufthansa will nun mit den Betriebspartnern der Cityline Gespräche zu einem Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.

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Laut eines Berichts des „Handelsblatt“ sollen alle betroffenen Piloten „widerruflich – bis auf wenige Ausnahmen – freigestellt“ worden sein. Nach Angaben der Lufthansa seien allen Beschäftigungsgruppen aber bereits Anschlussverträge angeboten worden.