Eine Frau steht an einem der Gedenkorte für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Eine Frau steht an einem der Gedenkorte für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana. Foto: picture alliance/KEYSTONE | CYRIL ZINGARO

Katastrophe von Crans-Montana: Barbetreiber jetzt in U-Haft

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Nach 40 Toten bei einem Brand in einer Schweizer Bar: Der Barbesitzer wurde nun in Untersuchungshaft genommen. Was er tun muss, um wieder auf freien Fuß zu kommen.

Knapp zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana muss der Besitzer der betroffenen Bar, Jacques Moretti, in Untersuchungshaft. Das zuständige Zwangsmaßnahmengericht in Sitten (Sion) im Schweizer Kanton Wallis hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben.

Die leitende Staatsanwältin hatte dies mit Fluchtgefahr begründet. Moretti ist Franzose. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar zusammen betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass die beiden keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen.

Viele Opfer auch in deutschen Krankenhäusern

Bei dem Brand in der Silvesternacht waren in der Bar Le Constellation 40 überwiegend sehr junge Menschen ums Leben gekommen. 116 wurden verletzt, rund 80 befinden sich mit zumeist schweren Verbrennungen noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland.

Die Untersuchungshaft ist zunächst auf drei Monate befristet. Moretti könne wieder auf freien Fuß kommen, wenn bestimmte Sicherheiten hinterlegt werden, teilte das Gericht mit. „Es geht also nicht darum, den Angeklagten bereits zu bestrafen, da dieser bis zum Inkrafttreten eines möglichen Urteils als unschuldig gilt“, heißt es weiter.

Die Bar wurde zuletzt 2019 kontrolliert

Bei dem Unglück war während der Silvesterparty in der zweigeschossigen Bar am Neujahrstag um 1.30 Uhr morgens ein Feuer ausgebrochen. Nach ersten Ermittlungen wurden sie durch Funken sprühende Partyfontänen ausgelöst, die Schaumstoff an der Decke in Brand setzten. Wie die örtlichen Behörden einräumten, war die Bar zuletzt 2019 auf Brandschutzmaßnahmen untersucht worden, obwohl solche Kontrollen eigentlich jedes Jahr vorgeschrieben sind.

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Am vergangenen Freitag hielt die Schweiz einen Staatstrauertag ab. Zu einer Gedenkveranstaltung in Martigny kamen rund 1000 geladene Gäste, darunter der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Viele Opfer stammen aus Italien und Frankreich. (dpa/mp)

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