Kerzen und Blumen erinnern auf dem Bahnsteig am Bahnhof in Landstuhl an den getöteten Bahnmitarbeiter Serkan C.

Kerzen und Blumen erinnern auf dem Bahnsteig am Bahnhof in Landstuhl an den getöteten Bahnmitarbeiter Serkan Çalar. Foto: picture alliance/dpa/Boris Roessler

Getöteter Zugbegleiter: Jetzt spricht die Familie

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Der Schock über den getöteten Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz dauert an: Der 36-Jährige wurde bei einer Ticketkontrolle so massiv mit Schlägen traktiert, dass er starb. Jetzt meldet sich seine Familie zu Wort. Neben einer „spürbaren Strafe“ für den Angreifer hat die Familie eine weitere Forderung.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz hat die Familie darum gebeten, den vollen Namen von Serkan Çalar zu nennen. „Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der für seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig“, teilten die Anwälte der Familie mit. Man habe am Donnerstag das Mandat von der Familie bekommen, sagte einer der Anwälte auf Anfrage.

Bahnmitarbeiter war verlobt und plante Hochzeit

Der 36-Jährige sei der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern gewesen. „Zudem war er aktuell verlobt und freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten. Der Verlust wiegt unermesslich schwer“, teilten die Anwälte im Auftrag der Familie mit. 


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Familie von getötetem Zugbegleiter will spürbare Strafe

Für die Familie stünden nun zwei Interessen im Vordergrund. Zum einen die vollständige Aufklärung der Abläufe und Hintergründe. „Nur die Wahrheit ermöglicht eine Verarbeitung und kann zur Bewältigung der Trauer
beitragen.“ Außerdem müsse am Ende eine spürbare Strafe stehen, die auch eine abschreckende Wirkung entfaltet, damit anderen Familien nicht ähnliches Leid passiert. 

Haftbefehl gegen den Angreifer

„Im Laufe des Verfahrens werden voraussichtlich sowohl der Tötungsvorsatz als auch mehrere in Betracht kommende Mordmerkmale zu prüfen sein“, teilten die Anwälte mit. Ein wichtiges Anliegen sei es, das Vorleben der Person umfangreich zu beleuchten, die zu dieser Tat in der Lage gewesen ist. „Daneben erscheint uns auch das vorherige Verhalten des Täters am Tattag von erheblicher Bedeutung, wofür – unter anderem und soweit 
verfügbar – Videomaterial von den Bahnhöfen, an denen sich der Täter aufgehalten hat, auszuwerten sein wird.“

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Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tatverdächtige ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags. (dpa/mp)

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