Ein Feuer im Vjesnik-Wolkenkratzer

Der 67 Meter hohe Vjesnik-Wolkenkratzer ist ausgebrannt. Foto: picture alliance / PIXSELL | Patrik Macek

Flammen-Inferno: Architektur-Denkmal von Brand verwüstet

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Für die kroatische Metropole ist der Vjesnik-Wolkenkratzer so etwas wie ein Wahrzeichen. Doch nun ist das 67 Meter hohe Gebäude ausgebrannt. Die Zukunft des vernachlässigten Architektur-Denkmals ist ungewisser denn je.

In Zagreb ist das wahrscheinlich bekannteste moderne Hochhaus der kroatischen Hauptstadt ausgebrannt. Das Feuer brach im sogenannten Vjesnik-Wolkenkratzer aus bisher nicht geklärter Ursache in der Nacht zum Dienstag aus. Menschen wurden nicht verletzt, sagte ein Einsatzleiter der Zagreber Feuerwehr laut kroatischen Medien. Die Flammen hätten jedoch praktisch das gesamte Innere des sich über 16 Stockwerke erstreckenden und 67 Meter hohen Gebäudes zerstört, fügte er hinzu.

Feuerwehr mit 100 Kräften im Einsatz

Das „Vjesnik“-Hochhaus war 1972 im Stil der damaligen Moderne an der Slavonska avenija, einer breiten Ringstraße am Rand des Zentrums von Zagreb, errichtet worden. Es beherbergte die 1940 gegründete kroatische Regierungszeitung „Vjesnik“, die 2012 im Zuge des Bedeutungsverlusts von Print-Medien eingestellt wurde. Das ehemalige Medien-Hochhaus ist zum Großteil weiter in Regierungsbesitz, steht aber heute weitgehend leer. Nur einige wenige Büros sowie ein kleiner Radiosender waren dort zuletzt ansässig.



Der nächtliche Brand war in Zagreb weithin sichtbar. Die Feuerwehr rückte mit fast 100 Mann an. In den Morgenstunden gelang es diesen, die Flammen weitgehend einzudämmen. Den Berichten zufolge waren in dem Gebäude noch große Mengen an Akten und Papieren gelagert, was die Ausbreitung des Brandes über mehrere Stockwerke begünstigt habe. Das eigentliche Archiv des „Vjesnik“ war allerdings nach der Einstellung der Zeitung in das Kroatische Staatsarchiv gebracht worden.

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Das vom kroatischen Top-Architekten Antun Ulrich (1902-1998) entworfene Hochhaus gilt als Paradebeispiel der modernen jugoslawischen Architektur. Nach der Einstellung des „Vjesnik“ und dem Auszug von Redaktionen, Druckerei und Archiv blieb die Nachnutzung weitgehend ungelöst. Das Schicksal des „Vjesnik-Wolkenkratzers“ gilt deshalb auch als Fallbeispiel für eine gescheiterte Privatisierungspolitik. (dpa/mp)

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