Filmemacher Rosa von Praunheim ist tot
Der bekannte Regisseur Rosa von Praunheim („Die Bettwurst“) ist im Alter von 83 Jahren in Berlin gestorben. Das berichtet der „Stern“.
Von Praunheim hatte erst vor wenigen Tagen seinen langjährigen Lebensgefährten Oliver Sechting geheiratet. Bilder von der Hochzeit veröffentlichte er auf Instagram.
Rosa von Praunheim, mit bürgerlichem Namen Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, war einer der einflussreichsten deutschen Filmregisseure und LGBTQ-Aktivisten. Geboren am 25. November 1942 in Riga, prägte er über Jahrzehnte den Neuen Deutschen Film und die queere Film- und Kulturszene.
Mit seinem bahnbrechenden Dokumentarfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ brachte er in den frühen 1970er-Jahren Homosexualität erstmals offen in die öffentliche Debatte und gilt damit als Mitbegründer der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland
Rosa von Praunheim drehte mehr als 150 Kurz- und Langfilme
In mehr als fünf Jahrzehnten drehte von Praunheim mehr als 150 Kurz- und Langfilme, darunter Kultwerke wie „Die Bettwurst“ und zahlreiche Arbeiten zu queeren Themen, AIDS-Prävention und gesellschaftlichen Randgruppen.
Neben seiner filmischen Arbeit war er als Autor, Produzent und Professor für Regie tätig und setzte sich stets für Sichtbarkeit und Rechte sexueller Minderheiten ein. Sein Künstlername erinnert symbolisch an den „Rosa Winkel“, den Homosexuelle in der NS-Zeit tragen mussten. (rei)
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