„Dreckige Schlampen“: Frankreich streitet über Brigitte Macrons Wutausbruch
Von „dreckige Schlampen“ bis „Vollidiotinnen“: Frankreich streitet über Brigitte Macrons Wortwahl – und eine Sprachwissenschaftlerin erklärt, warum das Wort so doppeldeutig ist.
Frankreichs First Lady Brigitte Macron hat mit harten Worten gegen eine Gruppe feministischer Aktivistinnen ausgeteilt, die einen Auftritt des Schauspielers und Komikers Ary Abittan in Paris unterbrochen haben. Die Aussage der Präsidentengattin vom Sonntag stößt auf viel Kritik – und Frankreich diskutiert, wie schwerwiegend die Bezeichnung der Frauen als „sales connes“ ist. Nicht ganz einfach ist es auch, bei der Übersetzung ins Deutsche den richtigen Ton zu finden. Von „dreckige Schlampen“ über „Vollidiotinnen“ bis zu „dreckigen Miststücken“ reicht die von Medien gewählte Übersetzung.
„Für uns ist es sexistisch, für sie ist es banal“
Beleidigungen dieser Art hat die französische Sprachwissenschaftlerin und Feministin Florence Montreynaud ein ganzes Buch gewidmet: „Le roi des cons, quand la langue française fait mal aux femmes“ (Der König der Idioten, wenn die französische Sprache Frauen wehtut). Wie sie erläutert, ist die Vokabel doppeldeutig. „Conne“ bedeute eigentlich „Idiotin“, erklärte Montreynaud der Deutschen Presse-Agentur. Sexistisch sei es aber, das Wort „con“ als Beleidigung zu verwenden. Menschen, die „sale con“ oder „petite conne“ sagen, kennen laut Montreynaud den Ursprung des Wortes nicht. „Das ist das Paradoxe daran: Für uns ist es sexistisch, für sie ist es banal.“
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Wie die Wissenschaftlerin erklärt, stamme das Wort „con“ ursprünglich vom umgangssprachlichen lateinischen „cunnus“ ab, womit das weibliche Sexualorgan bezeichnet wurde. 1977 sei „con“ mit der Bedeutung „weibliches Geschlechtsteil“ in das französische Wörterbuch „Petit Larousse“ aufgenommen worden. Zuvor habe der „Grand Larousse“ es lediglich als „wenig intelligente Person“ definiert. Viele kennen laut Montreynaud nur diese beleidigende Bedeutung und verwendeten die Beleidigung „con“ oder Ableitungen davon, ohne sich der Tragweite dieser Wörter bewusst zu sein. (dpa/mp)
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