Panorama
„Deutschland hat uns 250.000 Euro geschenkt“: Flüchtlings-Familie sorgt für Aufsehen
In einem Instagram-Video spricht eine Familie aus dem Zagros-Gebirge über 250.000 Euro staatliche Unterstützung in Deutschland. Was hinter der Summe steckt.
In den sozialen Medien sorgt die staatliche Unterstützung für Geflüchtete regelmäßig für erhitzte Gemüter. Nun sorgt das Video einer kurdischen Familie aus dem Zagros-Gebirge für Aufmerksamkeit.
„Deutschland hat uns eine Viertelmillion Euro geschenkt“, so der erste Satz des Instagram-Beitrags, in dem drei Mitglieder der fünfköpfigen Familie über ihre ersten Jahre in Deutschland sprechen. Die kurdische Familie floh 2018 aus dem Iran nach Deutschland. Die Eltern arbeiteten, nachdem sie eine Aufenthaltserlaubnis bekommen hatten, unter anderem in einer Reinigungsfirma. 2023 eröffnete die Familie einen Dönerladen im Berliner Stadtteil Kreuzberg – „Zagros Gemüsekebap“ genießt mittlerweile Kultstatus, wozu auch ihre Social-Media-Aktivitäten beitragen.
Wie kommt die Familie auf die Summe?
Der Sohn erklärt im Video, die Familie habe kürzlich ihre Unterlagen zusammengesucht und ausgerechnet, wie viel Unterstützung sie in den vergangenen Jahren bekommen habe. Das Ergebnis: „Dann kommt man locker auf 250.000 Euro.“
„Deutschland hat sehr gut in uns investiert“, kommentiert die Mutter die hohe Summe. Und weiter: „An der Stelle möchten wir einmal Danke […] sagen.“ Zugleich macht die Familie deutlich, dass sie die staatliche Unterstützung nicht als einseitige Leistung verbucht. Vielmehr sei aus der staatlichen Anschubhilfe eine wahre Erfolgsgeschichte geworden.
Die Familie betreibt derzeit ein Kebab-Restaurant in Berlin und beschäftigt nach eigener Aussage 30 Mitarbeiter. Bis zum Ende des Jahres, so die Mutter im Video, habe die Familie das ursprünglich erhaltene Geld „doppelt zurückgezahlt“. „Ohne die Unterstützung hätten wir hier nichts erreicht“, fügt der Sohn hinzu.
So reagiert das Netz auf das Video
Unter dem Beitrag sammeln sich Tausende Kommentare. Viele Nutzer loben die Familie für ihren Fleiß, die Transparenz und die gelungene Integration. Sie bezeichnen das Video als Paradebeispiel dafür, wie Zuwanderung dem Staat langfristig nützen kann.
Gleichzeitig gibt es kritische Stimmen: Ein Teil der Kommentatoren stört sich an der Formulierung „geschenkt“ und meint, Steuergelder seien kein Geschenk. Andere hinterfragen, ob sich ein solcher finanzieller Erfolg auf die Mehrheit aller Geflüchteten übertragen lässt. „Ja, leider seid ihr der Einzelfall“, schreibt eine Nutzerin. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)
Sie sind bereits M+ Abonnement?