„Dachte, ein Erdbeben“: Zwei Tote bei Straßenbahn-Unglück in Mailand
Wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele erschüttert in Mailand ein Straßenbahn-Unglück die Stadt: Im Stadtzentrum ist eine Tram mit hoher Geschwindigkeit gegen ein Gebäude gerast. Etwa 40 Menschen wurden dabei verletzt, zwei Männer verloren ihr Leben.
Etwa 40 Menschen – die meisten davon Passagiere – wurden bei dem Unfall in der norditalienischen Großstadt verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Die Tram, ein modernes Modell, soll erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen sein.
Mailand: Straßenbahn prallt gegen Gebäude
Das Unglück ereignete sich am Freitagnachmittag im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt. Aus noch ungeklärter Ursache prallte eine voll besetzte Straßenbahn der Linie 9 gegen 16 Uhr an einer Kreuzung gegen ein Gebäude. Nach Angaben von Augenzeugen hätte die Tram eigentlich geradeaus fahren sollen, bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Sie kam erst im Eingangsbereich eines Restaurants zum Stehen. Die Fahrerkabine wurde schwer beschädigt.
Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um Passagiere: einen 60 Jahre alten Italiener und einen Mann aus Nigeria, zu dessen Alter die Behörden zunächst keine genaueren Angaben machten. Der Fahrer der Straßenbahn wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Spekuliert wird, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück soll er eine Haltestelle missachtet haben. Wie üblich in solchen Fällen wurde ihm für einen Alkohol- und Drogentest Blut abgenommen.
Verletzter Passagier: „Dachte, ein Erdbeben“
Einer der verletzten Passagiere schilderte der Nachrichtenagentur Ansa den Hergang so: „Ich dachte, das sei ein Erdbeben. Es war schrecklich.“ Auf einem Video ist zu sehen, wie die Straßenbahn sehr zur Seite geneigt ist, bevor sie in das Gebäude rast. Mehrere Passagiere standen nach dem Unglück unter Schock. Feuerwehr und Rettungswagen waren im Großeinsatz.
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In Mailand fanden bis zum vergangenen Sonntag zwei Wochen lang die Olympischen Winterspiele statt. Von den ausländischen Besuchern nutzten auch viele die Straßenbahnen. Zweite Gastgeberstadt war Cortina d’Ampezzo in den Dolomiten. Derzeit läuft in Mailand die Modewoche, zu der auch viele ausländische Besucher in der Stadt sind. Die Verkehrsbetriebe haben in ihrem Netz auch Straßenbahn-Modelle im Einsatz, die bereits viele Jahrzehnte alt sind. (dpa/mp)
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