Funkensprühende Partyfontänen hatten bei der Silvesterparty Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt.

Funkensprühende Partyfontänen hatten bei der Silvesterparty Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Foto: picture alliance / ROPI | Fotogramma

Brandkatastrophe: Die tragische Geschichte der Kellnerin mit den Feuerfontänen

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116 Menschen wurden bei dem Brand in der Silvesternacht in dem Club „Le Constellation“ in Crans Montana in der Schweiz verletzt. 40 starben. Unter den Todesopfern war Cyane P. (24) aus Frankreich – sie soll das Feuer ausgelöst haben.

Gegen 1.30 Uhr brach in dem Nachtclub ein verheerendes Feuer aus, das zahlreiche Menschenleben forderte und weitere schwer verletzte. Auch zwei Wochen nach der Katastrophe sind viele Überlebende noch in Krankenhäusern in Behandlung.

In Crans-Montana legen Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe ab. dpa
In Crans-Montana legen Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe ab.
In Crans-Montana legen Menschen Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe ab.

Cyane P. (24) überlebte das Feuer nicht. Sie arbeitete als Kellnerin in dem Club. Ein Video im Netz zeigt sie auf den Schultern eines Kollegen mit zwei Champagnerflaschen, an denen Sprühkerzen befestigt waren. Auf dem Kopf trug die 24-Jährige einen Helm.

Moretti: „Sie war für uns wie eine Schwiegertochter“

Nach bisherigem Ermittlungsstand kam P. der leicht entflammbaren Decke zu nah, wodurch das Feuer vermutlich ausgelöst wurde und sich binnen Sekunden ausbreitete. Mit dem Ehepaar Moretti, das den Club betreibt, soll sie eng befreundet gewesen sein. Ihr Freund arbeitete offenbar als Koch in einem der anderen Lokale der Morettis.

Jessica Moretti bezeichnete die junge Frau als „kleine Schwester“, wie das Schweizer Nachrichtenportal „20 Minuten“ berichtet. „Sie war für uns wie eine Schwiegertochter“, fügte sie hinzu. Die Familie der Verstorbenen ließ über ihre Anwälte erklären: „Was auch immer die Untersuchung ergeben wird, diese junge Frau hat die Anweisungen ihrer Arbeitgeber befolgt. Sie hat vor der Geschäftsführerin getan, was von ihr verlangt wurde.“

Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana: Das Betreiber-Ehepaar, Jacques (2. v. r.) und Jessica (2. v. l.) Moretti wenden sich per Brief an die Mitarbeiter. Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana: Gegen das Betreiber-Ehepaar, Jacques (2.v.l.) and Jessica Moretti, wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.
Nach dem Brand in einer Bar in Crans-Montana: Gegen das Betreiber-Ehepaar, Jacques (2.v.l.) and Jessica Moretti, wird unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Jacques Moretti sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, die ist zunächst auf drei Monate befristet. Es habe Fluchtgefahr bestanden, so die Staatsanwaltschaft. Gegen ihn und seine Frau steht der Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung sowie der fahrlässigen Verursachung einer Feuerbrunst im Raum.

Der Einsatz von Tischfontänen im „Le Constellation“ sei üblich gewesen, zitieren „20 Minuten“ und „Welt“ Moretti. Seit zehn Jahren sei das Sprühfeuer dort eingesetzt worden. Untersuchungen zu Brandschutzmaßnahmen habe es jedoch seit 2019 nicht mehr gegeben.

Opfer des Crans-Montana-Brands bekommen Soforthilfe

Unterdessen wurde bekannt, dass die Opfer der Brandkatastrophe und ihre Hinterbliebenen vom Schweizer Kanton Wallis eine finanzielle Soforthilfe erhalten. Der Staatsrat hat Zahlungen in Höhe von 10.000 Franken (rund 10.700 Euro) an die Familien der 40 Todesopfer sowie an die 116 Überlebenden beschlossen, die nach dem Brand in der Silvesternacht ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Der Kanton kündigte auch eine Stiftung für Opferhilfe an. Alle Spenden von Privatpersonen und Organisationen würden nach noch zu entwickelnden Modalitäten an die Betroffenen weitergeleitet. 

Gleichzeitig beschloss der Kanton wie zuvor schon die Gemeinde Crans-Montana, pyrotechnische Gegenstände in Innenräumen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind, zu verbieten. (mit dpa)

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