Ein kleiner Hund hat sich unterm Sofa verkrochen.

Die Böllerei rund um Silvester lässt viele Hunde panisch unterm Sofa verschwinden. Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn | Daniel Maurer

Böller, Blitze, Panik: Mit diesen Tipps kommen Haustiere gut durch die Silvesternacht

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Für viele Menschen ist Silvester der Höhepunkt des Jahres, für Haustiere dagegen oft die schlimmste Nacht. Wenn Raketen explodieren, Böller durch die Straßen fliegen und der Himmel grell aufleuchtet, geraten Hunde, Katzen und andere Tiere in Angst und Panik. Der Deutsche Tierschutzbund warnt: Lärm, Lichtblitze und Rauch können bei Tieren massive Stressreaktionen auslösen – von Zittern und Hecheln bis hin zu gefährlichen Fluchtversuchen. Damit die Silvesternacht nicht im Tierdrama endet, geben Experten klare Empfehlungen.

Wer früh genug anfängt, kann seinen Hund schrittweise an laute Geräusche gewöhnen. Feuerwerkslärm lässt sich über Apps oder Videos in sehr niedriger Lautstärke abspielen – kombiniert mit Leckerlis oder Spielen. Wichtig: Der Hund darf dabei nicht überfordert werden. „Bleibt das Tier entspannt, kann sich eine positive Verknüpfung entwickeln“, raten Fachleute.

Tiere und Silvester: Vorbereitung ist alles

Reicht Training nicht aus, sollte frühzeitig tierärztlicher Rat eingeholt werden. In manchen Fällen helfen natürliche Ergänzungsmittel, bei schweren Angststörungen auch Medikamente. Diese sollten jedoch nur im Ausnahmefall und niemals ohne ärztliche Rücksprache eingesetzt werden.

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Am Silvestertag steht die Sicherheit der Tiere an erster Stelle. Die letzte große Gassirunde sollte am 31. Dezember möglichst früh stattfinden, idealerweise in ruhigen Gegenden wie Parks oder Wäldern. Hunde gehören an diesem Tag grundsätzlich an die Leine, da schon einzelne Knallgeräusche Panik auslösen können. Experten empfehlen sogar eine doppelte Sicherung mit Halsband und Geschirr, um ein Entlaufen zu verhindern.

Der Silvestertag: Sicherheit geht vor

Ein langer, ruhiger Spaziergang kann helfen, überschüssige Energie abzubauen und den Hund körperlich auszulasten, ohne ihn zusätzlich aufzuregen. Zu Hause eignen sich ruhige Beschäftigungen wie Suchspiele oder Kausnacks besser als aufputschende Aktivitäten.

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Freigänger-Katzen sollten spätestens ab Silvester im Haus bleiben und auch in den Tagen danach nicht nach draußen dürfen. Die Gefahr, dass sie durch Böllerlärm in Panik geraten, weglaufen oder nicht mehr zurückfinden, ist in dieser Zeit besonders hoch.

So wird die Wohnung zur Schutzzone

In der Silvesternacht sollte zu Hause eine möglichst ruhige Atmosphäre geschaffen werden. Leise Musik oder ein laufender Fernseher können helfen, die Geräusche von draußen zu dämpfen. Rollläden oder Vorhänge sollten geschlossen bleiben, damit die Tiere die grellen Lichtblitze des Feuerwerks nicht wahrnehmen.

Ergänzend können spezielle Hilfsmittel eingesetzt werden. Beruhigungsmäntel wie sogenannte „Thundershirts” üben leichten, gleichmäßigen Druck auf den Körper aus und können bei manchen Hunden angstlindernd wirken. Auch Ohrenschutz oder sanftes Abdecken der Ohren kann helfen, den Lärm zu dämpfen. Entsprechende Produkte gibt es inzwischen auch für Katzen, sie sollten jedoch frühzeitig getestet werden, damit sie keinen zusätzlichen Stress verursachen.

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Wichtig ist außerdem, den Tieren einen geschützten Rückzugsort anzubieten. Das kann eine Transportbox, eine Hundehöhle oder ein abgedunkelter Raum sein, in dem sie sich sicher fühlen und ungestört zurückziehen können.

Tiere sollten in der Silvesternacht nicht alleine gelassen werden. Die Anwesenheit vertrauter Menschen kann ihnen Sicherheit geben und dabei helfen, die stressige Situation besser zu überstehen.

Alternative: Silvesterurlaub ohne Feuerwerk

Für besonders ängstliche Hunde kann ein Ortswechsel sinnvoll sein. Neben spezialisierten Hotels wie dem Sheraton Frankfurt Airport mit schallisolierten Zimmern setzen auch viele Unterkünfte an Ostsee und Nordsee auf ein tierfreundliches Silvester ohne Knallerei.

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Beliebt sind etwa Hunde-Hotels und Ferienhäuser in Schleswig-Holstein, etwa in der Lübecker Bucht, auf Fehmarn oder in ruhigen Regionen rund um die Schlei. In vielen Küstenorten ist privates Feuerwerk eingeschränkt oder verpönt – ideale Bedingungen für sensible Vierbeiner. Auch Unterkünfte in Nationalparks oder abgelegenen ländlichen Regionen gelten als gute Alternative. Dennoch sagen viele Experten: Zu Hause ist oft der beste Ort. Die vertraute Umgebung kann Stress deutlich reduzieren.

Für den Notfall vorsorgen

Sollte ein Tier doch entlaufen, helfen ein Mikrochip oder AirTag enorm. Laut dem Haustierregister Tasso wurden alleine am 31. Dezember 2023 und 1. Januar 2024 insgesamt 457 entlaufene Hunde gemeldet – fast dreimal so viele wie an normalen Tagen.

Und generell gilt: Ein bisschen Rücksicht und weniger Böller könnten für viele Tiere den Unterschied zwischen Panik und einem halbwegs entspannten Jahreswechsel machen. (mit Material der DPA)

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