Leah Weigand

Leah Weigand ist Pflegerin und Poetry-Slammerin. Sie weiß, worüber Pflegepersonal sich zu Weihnachten wirklich freut. Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

„Bitte kein Merci!“: Worüber sich Pflegepersonal zu Weihnachten wirklich freut

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Gerade an Weihnachten möchten Angehörige dem Personal in der Pflege Danke sagen. Poetry-Slammerin und Pflege-Expertin Leah Weigand weiß, worüber sich Pflegerinnen und Pfleger wirklich freuen.

In der Weihnachtszeit möchten viele Angehörige von Altenheim-Bewohnern oder Klinik-Patienten den Pflegerinnen und Pflegern eine Freude machen. Was kommt im Stationszimmer wirklich an?

Leah Weigand, Poetry-Slammerin und Krankenpflegerin, hat einen Tipp: „Kaffee ist immer willkommen, vor allem, wenn‘s ein guter ist. Schlechter Kaffee ist der Kummer jeder Station. Alle freuen sich, wenn man zwischendurch mal einen besseren in die Tasse bekommt“, sagte Weigand im Gespräch mit unserer Redaktion.

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„Gutes Essen wird auch gern genommen, auch einfach frisches Obst. Und gute Worte sind auch ein Geschenk. Wenn jemand eine Karte schreibt, in der er seine Gefühle in Worte fasst, dann ist das die größte Wertschätzung, die es gibt!“

Worüber sich Pflegepersonal weniger freut

Eine Warnung sprach die 28-Jährige allerdings vor der Schokolade aus, die den Dank schon im Namen trägt: „Bitte kein Merci!“, sagte Weigand mit einem Stoßseufzer. „Das kann wirklich keiner mehr sehen.“

Können Pflegerinnen und Pfleger laut Leah Weigand nicht mehr sehen: Merci Pralinés. picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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Können Pflegerinnen und Pfleger laut Leah Weigand nicht mehr sehen: Merci Pralinés.

Was Pflegeexpertin Leah Weigand über Arztserien denkt

Sehr kritisch äußerte Leah Weigand sich über das Bild der Pflege im Fernsehen: „Arztserien regen mich auf und das fast täglich. Ich muss nämlich zugeben, dass ich wirklich sehr viele davon gucke. Und ich habe noch keine einzige entdeckt, in der die Pflege wahrheitsgemäß dargestellt wird“, sagte die Poetry-Slammerin. „Pflegefachkräfte sind im Fernsehen nur die kleinen Helferlein von Ärzten. Die laufen im Hintergrund rum, die bringen irgendwas, die notieren weise Arztworte in Kladden. Ich frage mich in jeder Szene, was die da eigentlich machen. Was Fernsehpflegekräfte tun, hat nichts mit dem wirklichen Beruf zu tun. Und das, was wir wirklich machen, das tun im Fernsehen dann alles die Ärzte. Am liebsten würde ich den Sendern Briefe schreiben: Leute, ihr habt eine Verantwortung! Unser Bild in der Öffentlichkeit leidet auch daran, dass das Fernsehen mit uralten Klischees arbeitet.“

Über das Gedicht „Ungepflegt“, mit dem Leah Weigand bekannt wurde

Überregional bekannt wurde die Autorin mit dem Gedicht „Ungepflegt“, das online zum viralen Hit wurde. „Ich trete schon lange bei Poetry Slams auf. Vor zwei Jahren habe ich im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater das Gedicht ‚Ungepflegt‘ vorgetragen, das ich zum Ende meiner Pflegeausbildung geschrieben hatte. Der Auftritt landete im Internet. Und innerhalb von Tagen konnte ich mitansehen, wie er hundertausendfach angeschaut und geteilt wurde“, sagte Weigand selbst dazu. „Dann begann eine verrückte, aufregende und überfordernde Zeit. Ich bekam ungeheuer viele Zuschriften, die meisten positiv, und wurde in Talkshows eingeladen. Verlage haben auch angefragt und seit diesem Jahr gibt es mein Buch.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf NOZ.de.

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