Beschimpft, beleidigt, mit Flaschen beworfen: Was eine Streusalz-Fahrerin erlebt
Um Straßen und Gehwege frei von Eis und Schnee zu halten, sind die Einsatzkräfte der Straßenmeistereien aktuell täglich im Einsatz. Eine von ihnen ist Alexandra Kurs-Weschke: Die 33-Jährige arbeitet für die Straßenmeisterei in Goslar, lenkt einen schweren Lkw und muss sich auch Pöbeleien anhören.
Der Job macht Alexandra Kurs-Weschke großen Spaß, sie möchte nirgendwo anders arbeiten. Doch es gibt einen Wermutstropfen. Und das ist das Verhalten mancher Menschen ihr und ihren Kollegen gegenüber. Sie kann den Unmut verstehen, wenn einzelne Straßenabschnitte nicht sofort geräumt sind. Jedoch leiste die Straßenmeisterei ihre Arbeit so gut sie könne. „Aber wir werden beschimpft, beleidigt und können doch nichts dafür. Wir machen unseren Job.“
Straßenmeisterei Goslar: Hier arbeitet Kurs-Weschke
Von diesen Einzelfällen lässt sie sich aber die Laune nicht verderben. Schnee ist für sie immer etwas Besonderes: „Wenn Schneefall ist, ist es immer aufregender und spannender. Man erlebt viel mehr, es kann viel mehr passieren, man muss viel mehr aufpassen. Aber es ist immer wunderbar, dass wieder ein Tag geschafft ist und wieder Leute von A nach B fahren können.“
Die Mutter eines Kindes ist schon seit 12 Jahren Straßenwärterin in Goslar. Der Streuvorgang sei zwar schon ein gutes Stück automatisiert. Dennoch müsse sie beim Räumen besonders auf Verkehrsteilnehmer wie Autos oder Fußgänger achten. Da gibt es auch immer wieder brenzlige Situationen. „Man atmet dann zwei- oder dreimal tief durch, und dann geht es weiter“, sagt sie.
Bei Schnee und Eis: Streusalz-Fahrerin im Einsatz
Früher sei sie mit ihrem Vater schon einige Male mitgefahren, denn er hatte den gleichen Beruf. „Als Kind ist das faszinierend, wenn dann wirklich Schnee liegt und wenn der Schnee dann wirklich fliegt, ist das schon schön.“

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Als Frau auf so einem großen Gefährt ernte Kurs-Weschke gemischte Reaktionen. „Von vielen Lkw-Fahrern gibt es einen Daumen. Manche schütteln einfach nur den Kopf. Aber die meisten erkennen es gar nicht und denken nur, ach, das ist einer in Orange.“
Sie selbst sei schon mehrfach bepöbelt und einmal mit Flaschen beworfen worden. Die Mutter sei enttäuscht von denjenigen Bürgern, die sie nicht respektieren. Trotz allem gibt ihr Job der 33-Jährigen nach eigenen Angaben viel Sinn: Wenn sie mal wieder an einem Tag dafür gesorgt hat, dass Kinder in die Schule, Erwachsene zur Arbeit und Kranke ins Krankenhaus fahren können. (dpa/mp)
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