Prozess um tote Studentin neu aufgerollt – Mörder zu Unrecht verurteilt?
Am Landgericht Traunstein hat ein neuer Prozess um den Tod der Studentin Hanna in Aschau begonnen. Saß der 2024 als Täter verurteilte Mann zu Unrecht im Gefängnis?
War es Mord? Oder ein tragischer Unfall? Und saß ein Unschuldiger im Gefängnis? Am Landgericht Traunstein in Oberbayern wird der Prozess um den Tod der Studentin Hanna neu aufgerollt. Das Gericht verhandelt – aus Platzgründen in den Räumen des Amtsgerichts Laufen – erneut gegen den jungen Mann, der 2024 wegen Mordes an Hanna verurteilt wurde. Inzwischen ist der Verurteilte aber wieder auf freiem Fuß.
Die Verteidigung geht von einem Unfall aus
Im Oktober 2022 war die 23 Jahre alte Medizinstudentin Hanna auf dem Heimweg von einer Partynacht in der Diskothek „Eiskeller“ in Aschau ums Leben gekommen. Sie ertrank im Bärbach. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der zur Tatzeit 20-Jährige die Studentin tötete. Er soll sie angegriffen, geschlagen und in den Bach gestoßen haben.
Seine Verteidigerin Regina Rick geht von einem Unfall aus und erwartet in der Neuauflage des Prozesses einen Freispruch für ihren Mandanten. Sie hat ein sogenanntes Opening Statement zum Beginn der Verhandlung angekündigt.
Der Verurteilte wurde aus der Untersuchungshaft entlassen
Im ersten Prozess war der junge Mann wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Weil es inzwischen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen gibt, wurde der junge Mann inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen.
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26 Verhandlungstage hat das Gericht angesetzt, das Urteil könnte demnach kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember, fallen. (dpa/mp)
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