Bundesfamilienministerin Karin Prien bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Bundesfamilienministerin Karin Prien bei einer Pressekonferenz in Berlin. Foto: imago images/Bernd Elmenthaler

Alkohol mit 14? Ministerin will Regel kippen – das ändert sich jetzt

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Bier oder Wein mit 14 – bislang ist das in Deutschland erlaubt, solange die Eltern dabei sind. Doch genau diese Regel könnte bald Geschichte sein. Bundesfamilienministerin Prien (CDU) will das sogenannte „begleitete Trinken“ abschaffen. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf einen Gesetzentwurf, der zuvor bei „Politico“ bekannt wurde.

Konkret geht es um eine Ausnahme im Jugendschutzgesetz: Aktuell dürfen Jugendliche ab 14 Jahren Bier, Wein oder Sekt trinken – wenn eine sorgeberechtigte Person dabei ist. Diese Regel soll gestrichen werden. Ziel sei es, „das zunehmende Problem der Suchtabhängigkeit ernst zu nehmen“, heißt es laut Bericht im Entwurf des Ministeriums. Die möglichen Folgen reichen demnach von Gesundheitsproblemen bis hin zu Gewaltbereitschaft.

Mehr Rauschtrinken, wachsender Druck – so steht es um das geplante Alkoholverbot

Hintergrund sind auch aktuelle Zahlen zum Alkoholkonsum junger Menschen. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken Jugendliche ihr erstes Glas Alkohol heute zwar später als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bleibt der Konsum weit verbreitet: Mehr als 60 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben demnach bereits Alkohol ausprobiert. Besonders problematisch ist laut Studie das sogenannte Rauschtrinken, das seit der Corona-Pandemie deutlich zugenommen hat.

Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Bereits die Gesundheitsministerkonferenz hatte sich im vergangenen Jahr für strengere Regeln ausgesprochen. Auch der Bundesrat hatte den Bund aufgefordert, das „begleitete Trinken“ zu verbieten. Mehrere Politikerinnen und Politiker hatten sich zuletzt offen für eine Anhebung der Altersgrenzen gezeigt.

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Allerdings dürfte es noch dauern, bis sich tatsächlich etwas ändert. Der Vorschlag ist Teil eines größeren Gesetzespakets zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Nach Informationen von „Politico“ befindet sich der Entwurf noch in einem frühen Stadium und könnte erst Ende des Jahres im Bundestag landen. (apa)

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