Ein Militärflugzeug mit 128 Passagieren in Kolumbien ist abgestürzt.

Ein Militärflugzeug mit 128 Passagieren ist in Kolumbien abgestürzt. Foto: picture alliance/dpa/XinHua | Stringer

Militärflugzeugabsturz in Kolumbien mit 70 Toten löst politische Debatte aus

kommentar icon
arrow down

Eines der schwersten Unglücke der Streitkräfte erschüttert Kolumbien. Neben der Trauer sorgt das Unglück auch politisch für Spannungen.

Beim Absturz eines Militärflugzeugs im Süden Kolumbiens sind offiziellen Angaben zufolge 70 Menschen ums Leben gekommen. „Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Gott und das Leben Ihnen helfen, diesen großen Schmerz zu überwinden”, sagte der lokale Bürgermeister, Luis Emilio Bustos, der die Zahl der Todesopfer angab.

Die Behörden bestätigten laut mehreren Medienberichten die Bergung der letzten vermissten Person nach dem Unglück in der Gemeinde Puerto Leguízamo im Departamento Putumayo nahe der Grenze zu Peru. Die Maschine war wenige Minuten nach dem Start abgestürzt und anschließend in Brand geraten.

Dutzende Verletzte bei Absturz des Militärflugzeugs

Nach offiziellen Angaben befanden sich 128 Menschen an Bord, davon 11 Besatzungsmitglieder. Bei den Todesopfern handelt es sich laut dem Oberbefehlshaber der kolumbianischen Streitkräfte, General Hugo Alejandro López Barreto, überwiegend um Militärs – die große Mehrheit habe dem Heer angehört. Zudem starben den Angaben zufolge Mitglieder der Luftwaffe sowie zwei Polizisten. Dutzende weitere wurden verletzt.

Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Nach Angaben der Streitkräfte gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass der Absturz auf einen Anschlag durch bewaffnete Gruppen zurückzuführen ist.

Solidarität der Bevölkerung

An den Rettungsarbeiten beteiligten sich neben Sicherheitskräften auch Anwohner der kleinen Gemeinde, die Überlebende teils mit ihren eigenen Motorrädern zu Orten brachten, an denen sie medizinisch versorgt werden konnten. „Dank ihres schnellen Handelns konnten wir viele Leben retten”, zitierte der Radiosender Bluradio Bustos.

Das könnte sie auch interessieren: „Ein Funke reicht aus, dann explodiert das hier“: Alarm in Santa Fu

Das Unglück zählt Berichten zufolge zu den folgenschwersten in der Geschichte der kolumbianischen Streitkräfte. Zugleich hat es eine politische Debatte ausgelöst: Präsident Gustavo Petro macht die Beschaffung älterer Militärflugzeuge unter der Vorgängerregierung von Iván Duque mitverantwortlich, was von dessen Umfeld zurückgewiesen wird. (dpa/mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test