Dieses Bild des gefesselten Nicolas Maduro teilte Donald Trump auf seiner Seite „Truth Social“. Der Staatschef Venezuelas wurde auf ein amerikanisches Kriegsschiff verschleppt und soll nun nach New York gebracht werden.

Dieses Bild des gefesselten Nicolas Maduro teilte Donald Trump auf seiner Seite „Truth Social“. Der Staatschef Venezuelas wurde auf ein amerikanisches Kriegsschiff verschleppt und von dort aus nach New York gebracht Foto: Truth Social/Donald Trump

Venezuela, Grönland und Europa: Alles geht den Bach runter

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Als der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Bundestag von einer Zeitenwende sprach, schien das vielen trotz der Dramatik der Lage übertrieben. Heute wissen wir: Pustekuchen.

Vier Jahre später überfallen die USA einen souveränen Staat, kidnappen dessen (fürchterliches) Staatsoberhaupt und haben nicht einmal den Anstand, so zu tun, als ginge es darum, das Leben der Venezolaner besser zu machen. Es geht um Bodenschätze, es geht um Einflusssphären, um das Recht des Stärkeren.

Was passiert mit Grönland?

Und auch, wenn es keiner ausspricht: Viele Europäer setzen jetzt wahrscheinlich darauf, dass Trump nun Kolumbien oder Kuba anvisiert (beiden hat er bereits gedroht) oder am besten so nachhaltig über die Epstein-Akten stolpert, dass er seine Krone an den Nagel hängen muss.

Sein mehrfach erklärtes nächstes Ziel Grönland würde uns nämlich vor ganz andere Probleme stellen. Dänemark ist Gründungsmitglied der NATO, ein Überfall auf dessen Staatsgebiet käme gemäß Artikel 5 des Nordatlantikvertrags einem Überfall auf alle NATO-Staaten gleich. Doof nur, wenn auch der Angreifer „Bündnispartner“ ist, und zwar nicht irgendeiner, sondern der, dessen militärische Stärke das Rückgrat der NATO ist.



Der Nordatlantikpakt wäre damit nach 78 Jahren am Ende, davor warnt nicht nur Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Und dessen Auflösung dürfte eine ganze Kaskade von Folgen nach sich ziehen, nicht nur in der Ukraine, auch in Taiwan, Nordkorea, Iran, Israel, dem Baltikum und Osteuropa.

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Vielleicht hat Friedrich Merz das gemeint, als er davon sprach, die rechtliche Einordnung der US-Attacke auf Venezuela sei „komplex“. Scholz sprach am 27. Februar 2022 übrigens nicht nur von einer Zeitenwende, er nannte den russischen Angriff auch ganz unmissverständlich völkerrechtswidrig. Aber na gut, das waren halt andere Zeiten.

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