Putins Pudel: Warum Trump Deutschland jetzt so hart ins Visier nimmt
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat kürzlich die Wahrheit öffentlich ausgesprochen: Die Regierung von Donald Trump hat den Iran-Krieg ohne erkennbare Strategie begonnen und keine Ahnung, wie sie ihn ohne größere Schäden beenden soll. Der Narzisst im Weißen Haus reagiert auf derartige Kritik gewohnt kindlich. Und rächt sich nun. Sein oberster Einflüsterer im Kreml dürfte sein Glück kaum fassen können.
War es klug von Merz, die Wahrheit über Trump und den Iran so offen auszusprechen? Darüber lässt sich sicher streiten. Allerdings hat die Strategie, Trumps Tun schönzureden, auch nichts gebracht. Er behandelt Europa schon länger so, als handele es sich um reine Befehlsempfänger, wenn nicht sogar um Feinde.
Rückzugs-Ankündigung nach Telefonat mit Putin
Dass Trump nun zunächst den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland ankündigte, um wenig später hinterherzuschieben: „Es werden deutlich mehr“, ist dabei gar nicht das größte Problem. Schon Obama spielte mit dem Gedanken, die Zahl der etwa 35.000 US-Soldaten in Deutschland zu reduzieren. Die USA wollen sich vor allem auf den Pazifik konzentrieren. Was die Ankündigung so kritisch macht: Trump ist auch derjenige, der die NATO immer wieder grundsätzlich in Frage stellt. Dass Trumps Ankündigung wenige Stunden nach (s)einem Telefonat mit Wladimir Putin erfolgte, ist sicher kein Zufall.
Dazu verhängte Trump noch einmal zusätzlich Zölle von 25 Prozent gegen europäische Autos, was vor allem Deutschland trifft. Das größte Problem liegt aber in der direkten militärischen „Bestrafung”: Zum einen will die US-Regierung entgegen einer mit dem Kabinett Olaf Scholz getroffenen Vereinbarung keine Mittelstreckenraketen (wie „Tomahawks”) mehr in Deutschland stationieren. Das untergräbt die Abschreckung gegenüber Russland, das alleine in Kaliningrad Hunderte Mittelstreckenraketen auf Mitteleuropa gerichtet hat – zumindest so lange, bis die Bundeswehr in einigen Jahren eigene Mittelstreckenraketen hat.
Auch Europäer erhalten erstmal keine US-Waffen mehr
Pazifisten, die nun sagen, es habe etwas Gutes, dass die US-Raketen nicht bei uns stationiert werden („So werden wir nicht zum Angriffsziel“), verkennen allerdings die politische Natur von Putin: Nicht militärische Stärke, sondern militärische Schwäche hat ihn in der Vergangenheit immer wieder zu Abenteuern verleitet. Eine politisch geschwächte und militärisch entblößte NATO ist genau das, wovon man im Kreml seit Jahrzehnten träumt.
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Und die Liebesdienste Trumps für Putin gehen noch weiter: Washington hat u.a. Großbritannien, Polen, Litauen und Estland nun mitgeteilt, dass sich bereits bestellte und bezahlte Waffenlieferungen (vor allem Munition) auf unbestimmte Zeit „verzögern”. Begründung des Pentagon: Die Bestände seien durch den Iran-Krieg ausgedünnt (gleichzeitig prahlt Trump damit, die USA hätten mehr Waffen als je zuvor). Damit würden nicht nur europäische Länder geschwächt, die die NATO-Ostflanke sichern, sondern auch die militärische Unterstützung der Ukraine beeinträchtigt.
Zwei US-Botschafter in Kiew treten zurück
Im Speziellen gegenüber der Ukraine führt sich Trump so sehr als Putins Schoßhündchen auf, dass es selbst manchen seiner eigenen Leute zu viel wird. Mit Julie Davis ist nun bereits die zweite von Trump ernannte US-Botschafterin in Kiew innerhalb eines Jahres zurückgetreten. Die Diplomaten begründeten ihren Schritt damit, dass die US-Regierung in dem Krieg offen Partei für Moskau ergreife.
Trump ermutigt Putins Großmachtphantasien
Warum Trump so handelt, wie er es tut – darüber lässt sich nur spekulieren. Ist es seine Bewunderung für Autokraten? Ist es Erpressbarkeit auf Grund von Korruption und Epstein-Verbindungen? Ist es Hass auf ein demokratisches Europa? Wahrscheinlich ist es eine Mischung. Sicher ist nur, dass Trump uns nicht gegen russische Großmachtsphantasien schützen wird. Er ermutigt diese vielmehr.
In einem pessimistischen Szenario gelingt Putin mit der Hilfe Trumps irgendwann die Unterwerfung Europas. In einem günstigen Szenario handelt es sich nur um zwei alte Männer ohne Zukunft, die versuchen, sich gegenseitig an der Macht zu halten, obwohl sie politisch eigentlich gescheitert sind.
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