Die Familienunternehmer haben gezeigt, wie man nicht mit der AfD umgehen sollte
Nach dem fragwürdigen Flirt mit der AfD will der Verband „Die Familienunternehmer“ wieder auf Distanz gehen. Die Lobbyisten hätten wissen müssen, dass es für sie nichts zu gewinnen gibt.
Letzte Woche galt das „Kontaktverbot“ zur AfD nicht mehr – nun soll wieder Distanz gewahrt werden. Das Verhalten der Familienunternehmer im Umgang mit der AfD wirkt wenig glaubwürdig. Verbandschefin Marie-Christine Ostermann hatte Vertreter der Partei zu einem geselligen Abend eingeladen. Glaubte die Lobbyistin ernsthaft, die AfD zu entlarven, indem sie ihr eine Bühne bietet? Oder ihre Funktionäre bekehren zu können, indem man ihnen erklärt, wie katastrophal ihr Programm ist?
Verband „Die Familienunternehmer“: Treffen mit AfD trägt zu schleichender Legitimation bei
Am Ende gibt es nur einen Gewinner: die AfD. Die Partei will sich weiter normalisieren. Wenn sich ein Wirtschaftsverband mit 6.500 Mitgliedsunternehmen mit ihr trifft, trägt das zur schleichenden Legitimation einer Partei bei, die in der EU selbst anderen rechtspopulistischen Kräften zu extrem ist. Daran ändern auch Ostermanns Beteuerungen nichts, sie lehne eine Regierungsbeteiligung der AfD ab.
Taktik der Entzauberung ist gescheitert
Natürlich lassen sich Kontakte zwischen der Wirtschaft und der AfD, die in den Umfragen bei 25 Prozent liegt, nicht immer vermeiden – gerade auf kommunaler Ebene. Und es ist richtig, über neue Umgangsformen mit der Partei zu sprechen. Viel wurde versucht, viele Strategien sind gescheitert. Die Taktik der Entzauberung gehört dazu.
In einem Punkt jedoch hat der Verband recht: Die AfD ist eine zutiefst wirtschaftsfeindliche Partei. Sie steht für Abschottung, gegen Freihandel und gegen Fachkräftezuwanderung. Die Folgen einer AfD-Regierung wären gravierend: massiver Jobverlust, milliardenschwere Steuerausfälle, schlechtere Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt. Darüber muss in Unternehmen gesprochen werden. Die AfD braucht es dafür nicht.
Dieser Kommentar erschien zuerst auf NOZ.de.
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