Dealmaker Trump? Einen schlechteren Verhandler hat die Welt nie gesehen!
Donald Trump hat einst ein Buch geschrieben (bzw. schreiben lassen): „The Art of the Deal“ – die Kunst des Verhandlungs-Erfolgs. Seither rühmt er sich, der beste „Dealmaker” der Welt zu sein. In der Realität zeigt sich allerdings immer wieder: Trump hat die geostrategischen Fähigkeiten eines Knäckebrots. Gar keine! Am Iran lässt sich das besonders eindrucksvoll beobachten. Aber nicht nur dort.
Nächste Woche soll nun also ein Deal mit dem Iran stehen, sagt der US-Präsident. Ganz sicher. Er ist fast fertig. Es fehlen nur noch kleine Details. Das Problem dabei: Trump verspricht genau das bereits seit Monaten. Ende Februar nannte Trump den Krieg noch überheblich „Exkursion” und forderte Teheran zur bedingungslosen Kapitulation auf. Seither wiederholt sich ein Zyklus immer wieder: Ein Deal ist ganz nahe, dann beschießen sich beide Seiten wieder, dann ist der Deal wieder ganz nahe, dann beschießen sie sich wieder …
Die Dilettanten im Weißen Haus kosten uns alle Geld
Greifbares ist bei diesem irrwitzigen Zirkus bisher nicht rumgekommen – außer dass sich Trumps reiche Freunde mit Insider-Deals zum Öl-Preis offenbar die Taschen an der Börse voll gemacht haben. Da aber die gesamte Weltbevölkerung unter der Sperrung der Straße von Hormus und steigenden Preisen leidet, muss man festhalten: Trump und die Leute, die ihn umgeben, sind Dilettanten, die die Welt teuer zu stehen kommen.
Dass die militärische US-Kampagne „Epic Fury” keines ihrer Ziele erreicht hat, ist das eine. Die Mullahs und Revolutionsgarden sitzen fest im Sattel und sind radikaler und brutaler als je zuvor. Das Atomprogramm wollen sie nicht aufgeben und die Kontrolle über die Straße von Hormus auch nicht. Das andere ist, dass es Trump bisher nicht gelingt, auch nur in die Nähe eines Deals zu kommen. Trump hat – um ihn selbst zu zitieren – „nicht die Karten” dazu: Ob die Bevölkerung im Iran monatelang leidet, ist den Mullahs herzlich egal. Sie haben keine Eile. Zudem haben sie bewiesen, dass sie nicht nur US-Stützpunkte in der Region angreifen, sondern mit einfachsten Mitteln (Drohnen, Minen) den Energiehandel weltweit hart treffen können.
Obamas Deal war allemal besser als Trumps Debakel
Die Mullahs halten also ziemlich gute Karten in der Hand. Das macht es unwahrscheinlich, dass Trump einen Deal erreichen kann, der den „Vorherzustand“ wiederherstellen könnte – oder der sogar besser ist, als der von Barack Obama 2015 vermittelte Atom-Deal mit den Mullahs, den Trump 2016 ohne Not kündigte. Dieser war nicht perfekt. Besser als das Debakel, das der US-Präsident gerade anrichtet, war er aber allemal. Offenbar macht es doch einen Unterschied, ob Iran-Spezialisten monatelang ernsthaft verhandeln – oder ob Trumps Schwiegersohn Jared Kuschner und sein Golf-Buddy Steve Witkoff dies versuchen. Wer hätte das nur ahnen können!
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Erschwerend kommt hinzu, dass sich das „Verhandlungsgenie” Trump im Iran-Konflikt von Israel-Premier Benjamin Netanjahu abhängig gemacht hat. Nun beharrt der Iran darauf, dass die Waffen im Libanon schweigen müssen, bevor es einen Deal geben kann. Dort versucht Israel, die pro-iranische Hisbollah auszuschalten. Angeblich kam es zu einem lauten Telefonat zwischen Trump und Netanjahu, in dem der Israel-Premier ein Schweigen der Waffen zugesagt haben soll. In seinem anschließenden öffentlichen Statement war davon aber nicht mehr die Rede.
Was hat Trump in der Ukraine und Gaza erreicht? Nichts!
Anders ausgedrückt: Alle tanzen Trump auf der Nase herum. Sie wissen: Trump und die Seinen lassen sich sehr leicht ausmanövrieren – und im Zweifel bemerken sie es noch nicht einmal. Außerdem wissen Trumps Gegenspieler genau, was er an anderen Schauplätzen erreicht hat: Der Ukraine-Krieg, den er in 24 Stunden beenden wollte, läuft noch immer – obwohl Trump fast alles in seiner Macht Stehende getan hat, Kiew „unter den Bus” zu werfen. Für Gaza hatte Trump mit viel Tamtam sogar einen eigenen „Friedensrat” gegründet. Was der bisher erreicht hat? Genau: Exakt gar nichts! Trump versteht sich nur auf (Eigen-)PR, sonst auf wirklich nichts. Leider ist er aber nicht Pressesprecher eines amerikanischen Mittelständlers – sondern der noch immer mächtigste Politiker der Welt.