AfD-Abgeordnete in den USA: Handlanger fremder Mächte und stolz drauf
Jüngst ist eine Delegation von 20 AfD-Abgeordneten in die USA gereist. Dabei machten sie deutlich, dass sie bereitstehen, die Agenda Donald Trumps auch in Deutschland durchzusetzen. Es wird nicht mehr ernsthaft versucht, den Eindruck des Landesverrats zu vermeiden.
Dürfen AfD-Bundestagsabgeordnete in die USA reisen? Natürlich. Wie alle anderen Abgeordneten auch. Und es ist auch kein Aufreger, dass sie es auf Steuerzahlerkosten tun. Allerdings darf man schon die Frage aufwerfen, was beispielsweise sechs AfD-Abgeordnete aus dem Landtag Sachsen-Anhalt in der Delegation wollten. Betreibt das Bundesland seit neuestem seine eigene Außenpolitik? Oder wollte sich da nur jemand als williger Handlanger für Trumps künftigen Zugriff auf Deutschland in Stellung bringen?
AfD-Mann Frohnmaier trifft russische Einflussagenten
Interessanter ist allerdings das Verhalten des wohl prominentesten Kopfs der AfD-Reisegruppe: Markus Frohnmaier (34), geboren in Rumänien (adoptiert), agiert als außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Der russische FSB-Agent Pjotr Premiak schrieb laut „Spiegel“ über Frohnmaier in gleich zwei Dossiers, es handle sich um einen Abgeordneten, den der Kreml „absolut kontrollieren“ kann. Und natürlich hat Frohnmaier schon in der Vergangenheit – ähnlich wie Trump selbst – viele verständnisvolle Worte für den Kriegsverbrecher im Kreml gefunden.
Frohnmaier präsentierte die Reise stolz in den sozialen Medien. Zunächst bekam er von der MAGA-Jugend einen Preis verliehen. In seiner Dankesrede stellte er Deutschland als Diktatur dar, bekräftigte die falsche Erzählung einer angeblich ausufernden Zensur und bediente auch sonst alle Punkte, die man im Trump-Lager gerne hört. Dann traf er mehrere US-Politiker. Auffällig dabei: Er wurde vor allem von Politikern aus der Trump-Administration empfangen, die selbst im Verdacht stehen, russische Einflussagenten zu sein.
Post vom Besuch schnell wieder gelöscht
Darunter war beispielsweise auch Darren Beattie, der 2018 von Trump als Redenschreiber wegen rechtsradikaler Umtriebe noch gefeuert wurde und unter dessen Verantwortung die Einheit GEC des US-Außenministeriums geschlossen wurde, die ausländische Propaganda aufdecken sollte. Immerhin: Als Kritik an dem Treffen laut wurde, löschte der AfD-Politiker den betreffenden Post. Die Verbindungen sollen wohl doch nicht zu offensichtlich werden.
Das könnte Sie auch interessieren: „Viele Fortschritte“ bei Ukraine-Verhandlungen in Berlin
Insgesamt hinterlässt die Reise der AfDler den Eindruck, als sei die Partei nicht nur offen für ausländische Einflussnahme, sondern dränge sich geradezu als williges Werkzeug für Trumps Agenda auf. Der hatte in seiner neuen Sicherheitsstrategie deutlich gemacht, dass er die EU-Institutionen schwächen und angeblich „patriotische“ Bewegungen an der Regierung sehen will. Natürlich wäre eine Auflösung des Staatenbunds EU im Interesse imperialer Mächte wie den Trump-USA oder Russlands und – bei allen Fehlern der EU – nicht im deutschen Interesse. Vereinzelt lassen sich die Länder Europas viel leichter bedrohen und wirtschaftlich unter Druck setzen.
Zwei Strömungen in der AfD – pro Putin und pro Trump
Die Reise zeigt, dass es in der AfD nicht nur Netzwerke gibt, die mit Freude Putins Agenda in Europa verfolgen – für sie steht vor allem Parteichef Tino Chrupalla. Eine andere Strömung will der Agenda Trumps in Deutschland Geltung verschaffen. Für sie steht stellvertretend Alice Weidel, die wohl selbst auf eine Einladung ins Weiße Haus hofft. Das einende Band zwischen beiden Strömungen ist die Vorliebe fürs Autoritäre. Echte Patrioten können dafür nur Verachtung empfinden. Die selbsternannten in der AfD bejubeln es.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.