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Mehrere Personen verhaftet: 22-Jähriger ertrinkt in Kanal – niemand hilft

Weiden in der Oberpfalz –

Es ist ein Fall, der fassungslos macht: Ein junger Mann (22) ist Mitte September nach einem Trinkgelage in einem Kanal ertrunken. Doch anstatt ihm zu helfen, hatten sich seine drei Begleiter offenbar einfach abgewendet und ihn sterben lassen. Sie sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Totschlag durch Unterlassen.

Am 12. September war das Opfer zunächst vermisst gemeldet worden. Drei Personen gaben an, dass sie in der Nacht mit dem jungen Mann unterwegs gewesen seien, er sich aber von der Gruppe entfernt habe und sie nicht wüssten, wo er sei.

Weiden: 22-Jähriger in Kanal ertrunken

Erste Hinweise deuteten den Ermittlern zufolge darauf hin, dass der junge Mann möglicherweise in den Flutkanal nahe der Friedrich-Ebert-Straße in Weiden gefallen sein könnte. Eine großangelegte Suchaktion brachte traurige Gewissheit: Taucher bargen am Abend des 12. September den Leichnam des jungen Mannes aus dem Kanal.

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Die örtliche Polizei startete in der Folge einen Zeugenaufruf, dank diverser Hinweise erhärtete sich in den folgenden Wochen ein schrecklicher Verdacht: Die drei Personen, die den 22-Jährigen am Samstagmittag vermisst gemeldet hatten, sollen in der Nacht zuvor gesehen haben, wie er in den Kanal fiel, aber nichts unternommen haben. Erst am nächsten Tag meldeten sie das Opfer als vermisst. Zwischen dem angeblichen Verschwinden des 22-Jährigen und der Meldung bei der Polizei lagen etwa 12 Stunden.

Totschlag durch Unterlassen: drei Personen in U-Haft

Die drei Verdächtigen, zwei 23-jährige Männer und eine 21-jährige Frau, wurden am 1. Oktober festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen, wie die Staatsanwaltschaft Weiden mitteilte. Das Opfer sei wegen erheblicher Alkoholisierung hilflos gewesen und die Zeugen verpflichtet, ihm zu helfen, so die Ermittler. Die Ermittlungen dauern an. (skö)

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