Gefälschte Impfpässe befinden sich im Umlauf (Symbolbild).
  • Gefälschte Impfpässe befinden sich im Umlauf (Symbolbild).
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Zahl der gefälschten Impfpässe im Norden steigt sprunghaft

Angesichts der aktuellen Corona-Einschränkungen durch 2G- und 3G-Regeln steigt die Nachfrage von Impfgegnern nach gefälschten Impfpässen in Niedersachsen. In anderen Bundesländern im Norden ist das Bild ähnlich.

Das Landeskriminalamt in Hannover teilte auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit: „Die Anzahl der festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und zuletzt sprunghaft gestiegen.“ So seien von Januar bis September dieses Jahres mehrere Hundert Fälschungen in Niedersachsen aufgetaucht, das LKA spricht konkret von „Fällen im unteren dreistelligen Bereich“.

Falsche Impfausweise fallen selten auf

Darunter würden sowohl Blankoimpfpässe wie auch Totalfälschungen fallen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem September, als das LKA erst von „einer mittleren zweistelligen Zahl“ Kenntnis hatte.

Dabei dürfte dies nur die Spitze des Eisbergs sein, weil falsche Impfausweise in der Regel nicht auffallen. Sie sind relativ einfach zu fälschen, da sie keine besonderen Sicherheitsmerkmale wie etwa Banknoten oder Personalausweise enthalten.


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In Niedersachsen gehen die Ermittler – wie überall in Deutschland – nach eigenen Worten von einer „hohen Dunkelziffer“ aus. Genaue Zahlen liegen nicht vor, weil das Fälschen von Impfpässen nicht als Delikt in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst wird.

Preise der Fälschungen, Täter unbekannt

Eine solche Fälschung kostet im offenen Internet laut Bundeskriminalamt zwischen 80 und 130 Euro pro Stück, auf der Straße werden von Fälschern auch bis zu 300 Euro pro Stück verlangt. Wer die Täter konkret sind, dazu liegen dem LKA Niedersachsen keine Daten vor.

Der Trend zeigt sich im ganzen Norden. Auch das Landeskriminalamt in Schleswig-Holstein beobachtet ein gestiegenes Angebot von gefälschten Impfbescheinigungen aufgrund der gesetzlichen Lockerungen für Geimpfte. Die bekannten Zahlen lägen bislang im einstelligen Bereich, hieß es.

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Auch in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet das LKA einen Anstieg. „Jedoch ist insgesamt ein geringes Fallaufkommen festzustellen“, so ein Sprecher. Von Januar bis Oktober gab es 19 Fälle, bei denen gefälschte Impfausweise zum Kauf angeboten beziehungsweise genutzt wurden. (mp/dpa)

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