Weniger Mücken im Sommer wegen Dauerfrost: Stimmt das wirklich?
Während wir bibbern, tanken die Mücken Kraft: Wer sich während der vergangenen kalten Wochen heimlich die Hände gerieben und auf einen mückenfreien Sommer gehofft hat, wird leider enttäuscht: Die niedrigen Temperaturen schaden den Populationen im Norden nicht. Stattdessen könnten sie ihnen sogar nutzen!
Kurzer Mücken-Fun-Fact: Nur die Weibchen stechen. Sie paaren sich im Herbst mit einem Männchen, das danach meist stirbt, und begeben sich dann für bis zu sechs Monate in eine Winterstarre. Dafür quartieren sich die meisten Arten in Kellern, Garagen oder auf Dachböden ein. Dort sind sie vor den Naturgewalten geschützt.
Mücken erwachen stärker als gewöhnlich
Das Perfide an der Winterstarre ist jedoch, dass sie ähnlich funktioniert wie ein Winterschlaf bei Säugetieren. Je niedriger die Temperaturen werden, desto mehr Energie wird eingespart. Nach einem besonders kalten Winter, wie in diesem Jahr, erwachen die Mückenweibchen also stärker als gewöhnlich.

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Sogar Temperaturen um die minus 20 Grad halten Mücken gut aus. Sie haben, ganz wie das Scheibenwischwasser im Auto, eine Art eingebautes Frostschutzmittel. Während sie sich in der Kältestarre befinden, scheiden sie überflüssige Körperflüssigkeit aus und bauen in den Rest einen bestimmten Zucker ein. Dieser schützt sie davor, zu erfrieren.
Asiatische Tigermücke breitet sich aus
Während die heimischen Blutsauger sich gegen die Temperaturen gut zu schützen wissen, gilt das nicht immer für die eingeschleppten Arten. Etwa die Asiatische Tigermücke, die sich zuletzt in Süd- und Mitteldeutschland ausgebreitet hat, ist kälteanfälliger als ihre europäischen Verwandten. Sie ist nicht nur nervig, sondern überträgt auch tropische Krankheiten. Ihre Verbreitung in Norddeutschland kann durch die Kälteperiode also vielleicht noch einen Sommer hinausgezögert werden.
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Über eine mögliche Mückenplage entscheidet das Wetter im Frühjahr: Die Weibchen legen dann ihre Eier ab, besonders an feuchten Orten wie Regentonnen oder kleinen Teichen – die nach einem schneereichen Winter gut gefüllt sind. In diesen frühen Entwicklungsstadien reagieren sie empfindlicher auf Wetterwechsel. Ist der Frühling feucht und warm, sind das ideale Aufzugsbedingungen für den Mücken-Nachwuchs.
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