Weltberühmte Bilder entstanden auf dieser Insel

Fischerdorf Kamminke
Am Stettiner Haff liegt das Fischerdorf Kamminke auf Usedom kurz vor der polnischen Grenze.

Ruhige See statt Meeresrauschen, Badestege statt Seebrücken, Fischerhütten statt prachtvoller Villen und schmale Buchten statt weiter Sandstrände. Urlaub auf der Haffseite der Insel Usedom ist vor allem eines: ruhig, entspannt und optimal für alle, die die landschaftlich schöne Umgebung am liebsten mit dem Fahrrad entdecken wollen. Ein weltberühmter Künstler hat sich schon vor mehr als 100 Jahren in diese Insel und die Landschaft verliebt.

Fast schon Polen

Richtung Osten, bis es nicht mehr weitergeht. Im Fischerdorf Kamminke endet die Straße. Gut so, deshalb kommen nur wenige Autofahrer in den kleinen Ort. Dafür umso mehr Radfahrer, die im Café „Kleine Auszeit“ am Hafen einkehren, eine Pause am Strand einlegen und dann weiterfahren durch die leicht hügelige, kaum besiedelte Landschaft.

Grenze zu Polen
Fahrradfahrer und Fußgänger kommen bei Kamminke über eine Brücke nach Polen.

Nach Polen sind es nur ein paar hundert Meter. Die Grenze für Fußgänger und Radfahrer führt über eine Brücke im Naturschutzgebiet. Frösche quaken, Reiher und Kraniche suchen nach Nahrung, sogar Seeadler kreisen ab und zu in der Luft. Wer in Kamminke Urlaub macht, ist zwar nur wenige Kilometer von den oft überlaufenen Seebädern auf der Ostseeseite der Insel entfernt, aber in einer ganz anderen Welt gelandet. Hotels gibt es keine, dafür einen Campingplatz und Ferienhäuser. Zum Brötchenholen radeln Urlauber und Einheimische zum Bäckermobil ins zwei Kilometer entfernte Nachbardorf Garz. Größere Einkäufe erledigt man gezwungenermaßen mit dem Auto im acht Kilometer entfernten Ahlbeck – oder in Polen.

Künstlertour per Rad

Feininger Skizze
Lyonel Feininger war in mehreren Sommern auf Usedom und fertigte Skizzen wie diese von der Kirche von Benz an.

Usedom im Sommer, das heißt häufig auch: Blechlawinen und Staus auf den Hauptstraßen. Wie gut, dass es das Usedom-Rad mit inselweit 100 Leihstationen gibt. Die Leihräder kosten 12 Euro pro Tag (sechs Euro für zwei Stunden) und können an jeder Station zurückgegeben werden. Per Fahrrad war übrigens auch der weltbekannte deutsch-amerikanische Bauhaus-Künstler Lyonel Feininger auf Usedom in den Jahren 1908 bis 1913 unterwegs. Von Heringsdorf startete er nach Benz, Neppermin, Zirchow, Swinemünde, Ahlbeck und Bansin und zeichnete unterwegs Kirchen wie die Feldsteinkirche St. Petri in Benz, das Schloss Mellenthin, Mühlen und Scheunen. Auch wenn viele dieser Gebäude längst abgerissen wurden, können Radfahrer auf der mit hellblauen Hinweischildern gut markierten Feininger-Route seine Skizzen heute noch betrachten.

Einkehr-Tipps

Fischpalast
Gutes Essen in schöner Umgebung: Der „Fischpalast“ in Neppermin.

Ohne Pause macht das Radfahren nur halb soviel Spaß. Beliebtes Ziel zum Mittag, aber auch zum Sonnenuntergang ist der „Fischpalast“ in Neppermin. Das Selbstbedienungsrestaurant direkt am Nepperminer See mit großer Terrasse ist immer gut besucht, aber keine Sorge: der Fisch ist frisch und ausgezeichnet, der Service schnell und die Preise angemessen (Lyonel-Feininger-Str. 6, tägl. von 12 bis 22 Uhr). Das Schloss Mellenthin (slawisch: Mittelpunkt) zieht wegen seiner zentralen Lage zahlreiche Besucher an. Und natürlich wegen der Torten, die hier im Großformat und in Top-Qualität auf den Teller kommen. Vor der Kuchenschlacht gilt es, einen Wegezoll von zwei Euro zu entrichten. Der Eintritts-Bon ist zugleich Verzehrgutschein, so dass niemand um Kaffee und Kuchen herum kommt.

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Etwas versteckter liegt das verwunschene Café „Zaubergarten“ (Stolper Str. 1, Prätenow, Do bis So,12 Uhr bis 17 Uhr). Zwischen Blumen und Bäumen sitzen Gäste und freuen sich über Bio-Kuchen und Manufaktur-Kaffee. Danach noch einen Abstecher zum Schloss Stolpe ganz in der Nähe und der Ausflug ist perfekt.

Ruhige See statt Meeresrauschen, Badestege statt Seebrücken, Fischerhütten statt prachtvoller Villen und schmale Buchten statt weiter Sandstrände. Urlaub auf der Haffseite der Insel Usedom ist vor allem eines: ruhig, entspannt und optimal für alle, die die landschaftlich schöne Umgebung am liebsten mit dem Fahrrad entdecken wollen. Ein weltberühmter Künstler hat sich schon vor mehr als 100 Jahren in diese Insel und die Landschaft verliebt.