Verbrennungen und Entzündungen drohen: Gefährliche Pflanze breitet sich im Norden aus
Sie sieht harmlos aus, kann aber schmerzhafte Verbrennungen verursachen: Der Riesenbärenklau breitet sich im Norden aus. Städte und Gemeinden gehen nun gegen die invasive Pflanze vor.
Der Riesenbärenklau wächst an Bächen und Flüssen, auf Feldern, in Wäldern – und manchmal sogar im eigenen Garten. Im Mai treiben vielerorts in Deutschland zahlreiche Vorkommen der sogenannten Herkulesstaude aus.
Hamburg: Gefährliche Pflanzen werden entfernt
Die Pflanze mit ihren großen Dolden kann für Menschen gefährlich werden. Kommt die Haut mit dem Pflanzensaft in Berührung, kann dieser unter Sonnenlicht schmerzhafte Verbrennungen und Entzündungen auslösen. Auf Sylt werden derzeit zahlreiche Pflanzen an Gehwegen und Plätzen entfernt oder gerodet. Auch andere Städte und Gemeinden im Norden gehen gegen den Riesenbärenklau vor.
In Hamburg kommt die Pflanze ebenfalls vor. Schwerpunkte bei Einzelpflanzen gebe es nicht, so die Umweltbehörde. Durch die Bekämpfung seien die Standorte meist unbeständig.
Pflanzen, die auf öffentlichem Grund ein Gesundheitsrisiko darstellen – etwa an Wegen oder in Parks –, werden von den Bezirken vollständig entfernt. In Naturschutzgebieten wie dem Moorgürtel laufen mehrjährige Maßnahmen, um Bestände aus naturschutzfachlichen Gründen zu beseitigen.
Riesenbärenklau in Schleswig-Holstein: Von der Elbe bis zur Grenze
In Schleswig-Holstein ist der Riesenbärenklau flächendeckend verbreitet – von der Elbe bis zur dänischen Grenze. Laut Landesamt für Umwelt wird die Art dann zum Problem, wenn sie heimische Arten oder naturnahe Ökosysteme beeinträchtigt.
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Die Pflanze kann große Monokulturen bilden und einheimische Arten verdrängen. Zudem sei sie stark phototoxisch und könne deshalb die menschliche Gesundheit gefährden.
An öffentlichen Orten wie Spielplätzen, Radwegen, Naherholungsflächen und Parks sind die Ordnungsämter oder zuständigen Behörden für die Beseitigung verantwortlich. Kleine Vorkommen werden durch Abstechen der Wurzelknolle bekämpft, größere Bestände durch Abschlagen der Blütendolden kurz vor der Samenreife.
Herkulesstaude breitet sich in mehreren Bundesländern aus
In Mecklenburg-Vorpommern gilt der Riesenbärenklau als dauerhaftes ökologisches und gesundheitliches Problem. Die Pflanze ist landesweit verbreitet und bildet kleine bis mehrere Hektar große Bestände. Einzelvorkommen sollen sofort gestoppt, größere Vorkommen mit Eigentümern und Nutzern begrenzt und gemanagt werden.
Auch in Niedersachsen kommt der Riesenbärenklau flächendeckend vor. In Naturschutzgebieten wird er jedes Jahr beseitigt. An öffentlichen Plätzen gilt er oft als Problem für Sicherheit und Ordnung. Je nach Lage werden Pflanzen ausgegraben, Blüten und Samenstände entfernt oder Bestände komplett abgemäht.
Riesenbärenklau in Bremen besonders oft an Flüssen
In Bremen wächst der Riesenbärenklau vor allem entlang der Weser, der Lesum und der Schönebecker Aue. Auch in Bremerhaven wird die Pflanze stellenweise als problematisch eingestuft.
Sie breitet sich besonders auf Brachen, an Straßenrändern sowie teils in Auwäldern und Hochstaudenfluren aus. Dort kann sie heimische Arten verdrängen und Ökosysteme beeinträchtigen.
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In Bremen wird der Riesenbärenklau gezielt eingedämmt – besonders an stark frequentierten öffentlichen Bereichen und am Weserufer. Kleine Pflanzen werden ausgestochen, größere Bestände vor der Fruchtbildung gemäht und entsorgt. In Schutzgebieten wird die Pflanze entfernt oder so weit wie möglich eingedämmt, wenn Gefahr für die Biodiversität besteht. (dpa/mp)