Deutlicher Anstieg: So viel Zeit verlieren Hamburger im Stau – das sind die Gründe
Mehr Baustellen, weniger Homeoffice, längere Pendelwege: In Hamburg und weiteren norddeutschen Städten wird der Verkehr zäher. Neue Zahlen zeigen, wo Autofahrer besonders viel Zeit im Stau verlieren.
Staus bleiben in norddeutschen Städten ein strukturelles Problem. Das geht aus dem aktuellen „TomTom Traffic Index” hervor, der die Verkehrsentwicklung in deutschen Städten für das Jahr 2025 auswertet. Demnach nahmen das Staulevel – also die Verlängerung der Fahrtzeit – und die daraus resultierenden Zeitverluste in vielen Städten weiter zu. Die durchschnittlichen Reisegeschwindigkeiten sanken währenddessen.
Deutlich mehr Stau im Großraum Hamburg
Im Großraum Hamburg lag das durchschnittliche Staulevel laut der Analyse deutlich höher als im Vorjahr – nämlich bei 39 Prozent. Das heißt, dass eine Fahrt im Durchschnitt 39 Prozent länger dauerte als bei freier Straße.
Autofahrer verbrachten in der zweitgrößten deutschen Stadt während der Hauptverkehrszeiten insgesamt rund 144 Stunden im Stillstand. Der Stau in Hamburg werde begünstigt durch hohen Pendlerverkehr, Hafenlogistik und begrenzte Kapazitäten im innerstädtischen Straßenraum.
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Auch im Großraum Bremen verschärfte sich die Lage: Das Staulevel stieg den Angaben zufolge auf rund 36 Prozent und war damit etwa ein Drittel höher als im Vorjahr. Die Zeitverluste in der Hauptverkehrszeit nahmen in der Hansestadt an der Weser ebenfalls zu.
Hannover ist zentraler Verkehrs- und Pendlerknoten
Für den Großraum Hannover weist der Index ebenfalls eine steigende Belastung aus. Dort lag das durchschnittliche Staulevel 2025 bei 29 Prozent – höher als im Vorjahr. Während der Hauptverkehrszeiten verbrachten Autofahrer insgesamt etwa 104 Stunden auf den Straßen. Die Daten unterstreichen demnach Hannovers Rolle als zentraler Verkehrs- und Pendlerknoten in Norddeutschland.
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Eine Ausnahme bildet Kiel: In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt entspannte sich die Verkehrslage 2025 leicht. Das durchschnittliche Staulevel sank auf rund 28 Prozent, zugleich stiegen die Reisegeschwindigkeiten. Trotz der Verbesserung blieb die Auslastung während der Hauptverkehrszeiten jedoch hoch.
Längere Pendelwege, weniger Homeoffice
Als Ursachen für den anhaltenden Verkehrsdruck nennt TomTom unter anderem längere Pendelwege, eine abnehmende Homeoffice-Nutzung sowie eine hohe Baustellendichte. Hinzu komme ein weiter wachsender Fahrzeugbestand.
Nach Einschätzung des Unternehmens ist kurzfristig keine spürbare Entlastung zu erwarten. Vielmehr müssten sich Autofahrer auch im laufenden Jahr auf hohe Stauwerte einstellen, da Nachfrage und eingeschränkte Straßenkapazitäten gleichzeitig wirkten. (dpa/mp)
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