Zahl der Geflüchteten geht drastisch zurück – erste Unterkünfte werden stillgelegt
Die Zahl der Abschiebungen in Schleswig-Holstein ist deutlich gestiegen – gleichzeitig kommen immer weniger Geflüchtete ins Land. Laut Sozialministerium verlässt inzwischen mehr als jeder dritte abgelehnte Asylbewerber das Land per Abschiebung. Die Landesregierung setzt dabei verstärkt auf freiwillige Rückkehrprogramme – und plant nun, Erstaufnahmeeinrichtungen zu verkleinern.
Immer mehr Flüchtlinge verlassen Schleswig-Holstein. Das geht aus den neuesten Zahlen des Sozialministeriums aus den ersten vier Monaten des Jahres hervor. Demnach ist die Zahl der Abschiebungen im ersten Drittel des Jahres 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Mussten in den ersten Monaten des Jahres 2024 noch 101 Menschen Schleswig-Holstein verlassen, waren es 2025 bislang 186.
Schleswig-Holstein: Zahl der Abschiebungen steigt
Auch der Anteil der Abgeschobenen an der Summe aller Aufenthaltsbeendigungen steigt: von 23,9 Prozent in 2024 auf aktuell 36,5 Prozent. Die absoluten Zahlen der Jahre 2022 bis 2024 belegen sowohl bei freiwilligen Ausreisen als auch Abschiebungen eine jährliche Steigerung.
„Dies ist einerseits auf die umfangreichen Möglichkeiten der Beratung und Förderung der freiwilligen Rückkehr und Reintegration, andererseits auf verstärkte Bemühungen zur Durchführung von Abschiebungen zurückzuführen“, sagt Ministeriumssprecherin Hannah Beyer. „Schleswig-Holstein setzt diese Bemühungen auch 2025 fort.“
Dabei setzt das Ministerium vor allem auf die Förderung der freiwilligen Ausreise abgelehnter Asylbewerber und finanziert dafür seit Jahren ein eigenes Programm.
Dabei sinkt die Zahl der Flüchtlinge. Kamen in diesem Jahr bislang 2158 in den Norden, waren es im Vorjahreszeitraum 11.104, im Jahr 2023 bis dahin genau 16.020. Woran das liegt, kann Beyer nicht genau sagen, nur, dass Faktoren wie der Regime-Wechsel in Syrien, „die volatile Lage in der Ukraine sowie Entscheidungen und Maßnahmen der Bundesregierung“ eine Rolle spielen.
Aber: „Der Bund liefert weiter keine Prognose in Bezug auf Zugangszahlen von Geflüchteten, weshalb eine Einschätzung und zuverlässige Prognose seitens des Landes auch angesichts des volatilen Zugangsgeschehens derzeit nicht möglich ist“, sagt Beyer.
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Derzeit sind mehr als die Hälfte der 8100 Plätze in den sieben Erstaufnahmen des Landes frei. Das Land erstellt gerade ein Konzept, um Plätze abzubauen und Einrichtungen vorübergehend still zu legen. Das soll im Sommer fertig sein.