Was ist da los? Dieser Leuchtturm im Norden steht seit Monaten im Dunkeln
Seit mehr als 60 Jahren steht in der Einfahrt in die Flensburger Förde auf Höhe der Geltinger Birk der Leuchtturm Kalkgrund. Seit April leuchtet er nicht mehr. Was ist da los?
Er ist ein Hingucker nicht nur für Segler, sondern auch für die Spaziergänger auf der Geltinger Birk: Der Leuchtturm Kalkgrund steht seit mehr als 60 Jahren im vier Meter tiefen Wasser auf einem Fundament aus Stahlbeton mitten in der Einfahrt in die Flensburger Förde. Sein vier Sekunden langes Blinklicht ist viele Kilometer weit zu sehen.
Leuchtturm seit April ohne Licht
So war es jedenfalls bisher. Doch seit April leuchtet der Leuchtturm nicht mehr. Manche Bewohner der Küstenorte an der Geltinger Bucht fürchten bereits, das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Stralsund könnte ihn ganz aufgegeben haben. Schließlich sind die Schiffe auf der Ostsee inzwischen mit satellitengestützten Navigationssystemen unterwegs. Vor der Untiefe Kalkgrund, die sich von der Nordspitze der Birk bis zum Leuchtturm zieht, sind die Steuerleute also eigentlich auch ohne das blinkende Licht gewarnt.
Der Leuchtturm soll bald trotzdem wieder leuchten. Das versichert WSA-Sprecherin Janett Hoff auf Nachfrage unserer Redaktion. Leuchtfeuer wie Kalkgrund blieben auch in Zeiten moderner Navigationsverfahren „ein wichtiger Bestandteil der maritimen Sicherheitsinfrastruktur“, sagt sie. Sie funktionieren schließlich auch, wenn die moderne Technik mal ausfällt.
Landstromkabel ist defekt
Es sei denn, das Kabel ist kaputt, das den Leuchtturm von Land aus mit Strom versorgt. Und das ist in Kalkgrund offenbar schon vor längerer Zeit passiert. Das WSA spricht von einem Sturmflut-Schaden. Die umfangreichen Reparaturarbeiten an der Hauptstromversorgung laufen noch.
Der Leuchtturm hat zusätzlich eine Reserve-Energieversorgung. Diese aber ist seit dem Frühjahr ebenfalls ausgefallen und werde aktuell gewartet, erklärt Hoff. Sie könne jedoch in Kürze wieder in Betrieb genommen werden, versichert sie.
Dann blinkt Kalkgrund wieder wie gewohnt alle vier Sekunden.
Leuchtturm Falshöft seit 2002 abgeschaltet
Der benachbarte Leuchtturm von Falshöft hingegen bleibt dunkel. Er war schon im Jahr 2002 abgeschaltet worden, nachdem die deutschen und dänischen Behörden zum Ergebnis kamen, dass die Leuchtfeuer Kalkgrund und Kegnæs auf der dänischen Seite ausreichen.
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Kalkgrund war 1962 der erste im Wasser stehende Leuchtturm in der Ostsee. Bis dahin hatten vor Anker liegende Feuerschiffe vor der Untiefe gewarnt. (Dieser Artikel erschien zuerst auf shz.de)