Bei Sturm fliegt die Gischt bis an die Fenster: Traumvilla an der Ostsee zu verkaufen
Eine gelbe Traumvilla mit Reetdach, Privatstrand und das blaue Meer, soweit das Auge reicht: Ostseeurlaubern und Nordlichtern sind die sogenannten „Graswarder-Villen“ ein Begriff. Die historischen Strandhäuser aus dem 20. Jahrhundert auf der schlanken Halbinsel Graswarder vor Heiligenhafen bieten einen idyllischen Postkarten-Anblick und sind ein beliebtes Fotomotiv. Eine der farbenfrohen Villen steht gerade zu einem Rekordpreis zum Verkauf. Doch es gibt einen Haken.
„Wotan”, „Die rote Villa”, „Das blaue Haus”: Schon die Namen der historischen Strandvillen auf dem Graswarder – einer Halbinsel im Naturschutzgebiet bei Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) – machen was her. Jetzt können Neugierige auch einen Blick ins Innere eines der Anwesen werfen: Das „gelbe Haus” steht für 4,25 Millionen Euro zum Verkauf und wird über den Nobelmakler Dahler&Company mit reichlich Bildern beworben. Zunächst berichteten die „Lübecker Nachrichten”.
Im Norden: Luxusanwesen soll mehr als 4 Millionen Euro kosten
Eins muss man der Luxusimmobilie lassen: Das Anwesen ist ein Stück Geschichte. 1903 als Strandvilla für vermögende Eigentümer errichtet, nur ein paar Schritte von der Wasserkante entfernt, denkmalgeschützt, warmgelb wie ein Sommerabend – und laut Makler „eine absolute Rarität, um die man Sie beneiden“ werde. Klingt nach PR-Schaum, aber die Fakten sprechen für sich: Das Naturgrundstück umfasst den Angaben nach rund 2612 Quadratmeter, das Haus selbst hat etwa 200 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Ebenen, vier bis fünf Schlafzimmer, zwei Bäder, eine offene Küche und einen großen Wohnbereich, der sich mit seinen Fenstern zur Ostsee streckt. Dazu eine umlaufende Holzterrasse – und ein Preis, der sich auf feinstem Sylt-Niveau bewegt.

Doch das Idyll hat seinen Preis. Und zwar einen, bei dem selbst Menschen mit gut gefülltem Konto schlucken dürften: 4,25 Millionen Euro sind für das „gelbe Haus“ veranschlagt. Und natürlich hat dieser Traum auch eine Kehrseite – denn wer so nah am Meer wohnt, wohnt eben wirklich nah am Meer – bei Sturm fliegt die Gischt bis an die Fenster. Aktuell werden Buhnen gebaut, um die bunten Villen besser vor den regelmäßigen Überflutungen zu schützen. Trotzdem droht der flache Graswarder, bei jeder Sturmflut noch mehr Land und Sand zu verlieren.
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Im Netz schütteln einige deshalb schon jetzt den Kopf – und mahnen vor noch mehr Kosten für Küstenschutz und Versicherung. Andere Kommentatoren finden die Preise zwar hoch, werden den Gedanken aber auch nicht mehr los – und träumen davon, den Rest ihres Lebens auf der Terrasse zu sitzen, Tee zu trinken und auf die Ostsee zu gucken. (nf)
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