Tod auf Nordsee-Jahrmarkt: Jetzt geraten die Sicherheitskräfte ins Visier der Polizei
Nach dem Tod eines 35-jährigen Unternehmers auf dem Föhrer Jahrmarkt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge gegen drei Sicherheitskräfte. Die Einzelheiten.
Die Ermittlungen der Polizei rund um den gewaltsamen Tod eines Föhrer Unternehmers gehen weiter. Am vergangenen Samstagabend, 18. Oktober, war es vor dem Autoscooter auf dem Föhrer Jahrmarkt zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 35-jährigen Mann und drei Kräften des beauftragten Sicherheitsdienstes gekommen. Infolgedessen soll der Mann zu Boden befördert und dort festgehalten worden sein. Noch am Boden liegend, soll der Insulaner vor Ort gestorben sein.
Tod auf Föhrer Jahrmarkt: Polizei ermittelt gegen drei Männer
„Wir ermitteln gegen drei männliche Personen im Alter von 22, 27 und 52 Jahren“, erklärt der Flensburger Polizeisprecher Marcel Paulsen auf Nachfrage unserer Redaktion. Diese drei Personen hätten den Status des Beschuldigten, so der Sprecher weiter. Die drei Männer befinden sich derzeit auf freiem Fuß, weil keine Haftgründe gegen sie vorliegen. Noch am Sonntag kamen Beamte des Kommissariats 1 der Bezirkskriminalpolizei Flensburg auf die Insel, um zu ermitteln. Diese Kommission wird auch Mordkommission genannt.
„Es muss sich aber nicht zwingend um eine Mordtat handeln“, erklärt Paulsen. Die Ermittlungen des Kommissariats 1 seien eine Folge davon, dass eine Person verstorben sei, so der Pressesprecher. Auch die zuständige Staatsanwaltschaft Flensburg hat sich inzwischen in den Fall eingeschaltet. „Wir ermitteln gegen Beschuldigte wegen des Tatverdachts der Körperverletzung mit Todesfolge“, erklärt einer der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Bernd Winterfeldt, auf Nachfrage.
Sicherheitsunternehmen äußert sich nicht
Die Obduktion des verstorbenen Föhrers hat inzwischen stattgefunden. „Wir warten allerdings noch auf die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung“, sagt Winterfeldt. Dazu gehören auch die Laborbefunde. Bei dem Sicherheitsunternehmen aus Schleswig-Holstein, zu dem die drei Mitarbeiter gehören, die in den Vorfall verwickelt sein sollen, sind weder der Geschäftsführer noch der Betriebsleiter zu sprechen. Nach Auskunft des Unternehmens sind beide erst wieder Anfang November greifbar.
Das könnte Sie auch interessieren: Teure Sicherheit: Olaf Scholz und seine Hamburger Wohnung
Oberstaatsanwalt Winterfeld ruft weitere Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. Auch Videos vom Tathergang können hilfreich sein, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zeugen sollten sich damit direkt an die Polizeidirektion in Flensburg wenden. „Der Verdacht muss sauber aufgeklärt werden“, so Winterfeldt. (Dieser Text erschien zuerst auf shz.de)