Im Norden
Straße gesperrt: Mann dreht durch und greift Retter an
Einsatzkräfte wollen ein Leben retten und geraten dabei selbst in Lebensgefahr. Nun ermittelt die Polizei.
Unfassbar: Aus Ärger um eine kurzzeitig gesperrte Straße hat ein Autofahrer in Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) Rettungskräfte attackiert und verletzt. Er kam in Gewahrsam.
Die Rettungskräfte waren am Freitagvormittag zu einem Einsatz in einer Arztpraxis im Ortskern von Kaltenkirchen alarmiert worden. Eine Person befand sich wegen eines medizinischen Notfalls in akuter Lebensgefahr, sagte Nils Schöning vom Kreisfeuerwehrverband Segeberg. „Die Feuerwehr wurde benötigt, um den Patienten schonend und schnell in den Rettungswagen zu bringen.“
Autofahrer zeigt kein Verständnis
Um genügend Platz für Einsatzfahrzeuge zu haben und auch um die Sicherheit der teils auf der Straße agierenden Einsatzkräfte zu gewährleisten, sei es nötig gewesen, die Fahrbahn in beide Richtungen für den Verkehr sperren zu lassen. Ein Autofahrer habe dafür überhaupt kein Verständnis gezeigt.
„Er wollte den voll gesperrten Bereich mit seinem Wagen durchqueren“, so Schöning weiter, „obwohl ihn Einsatzkräfte auf die Maßnahmen hinwiesen.“ Der Mann habe einen Retter zunächst verbal und dann auch körperlich angegriffen und verletzt.
Das könnte Sie auch interessieren:
Anschließend soll sich der Mann ins Auto gesetzt und versucht haben, zu flüchten. Dabei soll er auf Einsatzkräfte zugefahren sein, die ihn stoppen wollten. Nur durch einen Sprung zur Seite hätten die Retter einen Zusammenstoß verhindern können.
Kaltenkirchen: Polizei ermittelt
„Erst nach Einschreiten weiterer Einsatzkräfte und der schnellen Unterstützung des Kommunalen Ordnungsdienstes konnte der Fahrzeugführer bis zum Eintreffen der Polizei an einer Weiterfahrt gehindert und festgesetzt werden“, so Schöning weiter. Der Mann kam in Gewahrsam. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, Ermittlungen laufen. Zeugen des Vorfalls sollen sich direkt beim hiesigen Polizeirevier melden.
Die betroffenen und teils leicht verletzten Kräfte wurden versorgt, in ein Krankenhaus musste aber niemand. Allen wurde eine psychosoziale Notfallversorgung angeboten – jenen Menschen, die nur helfen wollten.