Schon wieder! Jahrelange Pannen-Serie der neuen Schlei-Fähre setzt sich fort
Am 1. April sollte das jahrelange Fähren-Drama auf der Schlei endlich Geschichte sein: Ab diesem Zeitpunkt sollte die neue Elektro-Solar-Fähre „Missunde III“ ihren offiziellen Betrieb aufnehmen, nachdem sich dieser seit Anfang 2024 immer wieder verzögert hatte. Doch jetzt steht fest: Auch dieses Datum kann nicht eingehalten werden – der Start wird auf unbestimmte Zeit verschoben.
Die neue Fähre, die die Orte Kosel und Brodersby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) miteinander verbindet, wird nicht wie angekündigt ab dem 1. April starten können. Das teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz am Montag mit.
Schlei-Fähre kann Betrieb nicht am 1. April aufnehmen
Seit dem 23. März war das teure Elektro-Solar-Schiff zu Testzwecken auf der Schlei unterwegs gewesen. „Das Anlegen erzielte bei idealen Witterungsbedingungen und mit einer unbeladenen Fähre gute Ergebnisse“, heißt es in der Mitteilung der Behörde. „Aber mit einer Beladung von rund 40 Tonnen zeigte sich, dass die Anleger nachgerüstet werden müssen.“ Schon wieder.
Eigentlich sollte die „Missunde III“ schon seit Januar 2024 zwischen Brodersby und Kosel hin- und herfahren. Doch beim damaligen Testbetrieb stellte sich heraus: Bei einer Windstärke von mehr als drei Beaufort begann die 3,3 Millionen Euro teure Hightech-Fähre zu schlingern und konnte nicht mehr sicher anlegen. Aus diesem Grund entschied man sich auch damals schon für eine Nachrüstung – aber was sollte so lange mit den 120.000 Autos und 50.000 Fahrgästen passieren, die die Fährverbindung jährlich nutzen?
Schleswig-Holstein kaufte alte Fähre zweimal zurück
Als Notlösung musste die 23 Jahre alte, dieselbetriebene „Missunde II“ herhalten – die von dem schleswig-holsteinischen Landesbetrieb allerdings schon zuvor für 17.000 Euro nach Dänemark verkauft worden war. Im April 2024 kaufte Schleswig-Holstein die altersschwache Fähre für 50.000 Euro notgedrungen wieder zurück – fast das Dreifache des Verkaufserlöses.
Doch da war noch nicht Schluss: Im September 2024 bekam der Däne für das Vorkaufsrecht noch einmal 50.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein. Die Umbaukosten am Anleger und an der neuen Fähre belaufen sich laut Land noch einmal zusätzlich auf gut 1,3 Millionen Euro. Diese würden aus Rücklagen des Landesbetriebs gedeckt, hieß es damals.
Neuer Starttermin für Schlei-Fähre steht nicht fest
Jetzt muss die neue E-Fähre also noch einmal nachgerüstet werden. „Wir können aktuell keinen verbindlichen Starttermin benennen, werden aber mit Hochdruck daran arbeiten, das Zeitfenster für die Unterbrechung der Fährlinie so klein wie möglich zu halten“, sagt Sprecher Wolf Paarmann. Seit dem 4. März ist der Fährbetrieb bereits eingestellt.
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