Schild Fahrstuhl Rollstuhl Treppe Bahnhof

Ein Schild an einem Bahnhof zeigt mit Piktogrammen Wege für mobilitätseingeschränkte Personen an (Symbolbild) Foto: picture alliance / photothek.de | Florian Gaertner

„Schlechter Scherz“: Fahrstuhl-Sanierung sorgt für Kopfschütteln bei Bahn-Kunden

Was als notwendige Sanierung gedacht ist, sorgt in Elmshorn für Kopfschütteln: Weil der einzige Aufzug am Bahnhof erneuert wird, sollen Fahrgäste im Rollstuhl oder mit Kinderwagen zeitweise bis zu 55 Minuten länger unterwegs sein. Für viele Betroffene klingt das eher nach Satire als nach Mobilitätskonzept.

„Das ist doch ein schlechter Scherz!“, sagt eine Pendlerin laut NDR fassungslos auf dem Bahnsteig in Elmshorn, als sie von den Folgen der anstehenden Bauarbeiten erfährt. Am kommenden Montag, 9. Februar, beginnt die Bahn mit dem Austausch des einzigen Aufzugs am Bahnhof. Ab dann müssen mobilitätseingeschränkte Fahrgäste mit erheblichen Verzögerungen und deutlich längeren Reisezeiten rechnen.

Bahnhof Elmshorn: Aufzug wird ausgetauscht

Der Aufzug, der bislang den barrierefreien Zugang zu den Gleisen 2 und 3 ermöglicht, ist bis voraussichtlich September außer Betrieb. Damit sind diese Gleise für Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder Fahrrad nicht mehr barrierefrei erreichbar. Die Bahn hat zwar ein sogenanntes Ersatzkonzept vorgelegt – doch das sorgt eher für Kopfschütteln: Betroffene sollen in Tornesch in eine Regionalbahn Richtung Itzehoe oder Wrist umsteigen, um in Elmshorn am stufenfreien Gleis 1 anzukommen. Die Fahrtzeit verlängert sich um bis zu 55 Minuten.

Kritik am Vorgehen auch von der Stadt Elmshorn

Entsprechend deutlich fällt die Kritik vor Ort aus. Die Stadt Elmshorn spricht von einer nicht praktikablen Lösung, die an der Lebensrealität vieler Menschen vorbeigehe. Gerade mobilitätseingeschränkte Fahrgäste dürften nicht einfach auf lange Umwege verwiesen werden, heißt es sinngemäß aus dem Rathaus. Man erwarte von der Bahn tragfähige Alternativen – nicht bloß rechnerische.

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Auch der Fahrgastverband Pro Bahn geht hart ins Gericht mit den Plänen. Die vorgeschlagenen Umfahrungen seien unzumutbar und stünden sinnbildlich für die fehlende Barrierefreiheit im Bahnalltag. Wer ohnehin mit Einschränkungen unterwegs sei, dürfe nicht zusätzlich „bestraft“ werden, nur weil gebaut werde. (rei)

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