Parkplätze voll: Warum alle plötzlich zu diesem Strand im Norden wollen
Autos, wohin das Auge blickte. Der große Parkplatz am Campingplatz in Holnis war am Mittwochnachmittag brechend voll. Wie schon am Wochenende zog es Hunderte Menschen an den Ostseestrand. An heißen Sommertagen ist das ein gewohntes Bild – bei Minustemperaturen im Winter jedoch eine absolute Seltenheit.
Grund für den Besucheransturm ist die Eiswelt, die die Natur in den vergangenen Wochen am Strand von Holnis geschaffen hat. Meterhoch türmt sich das Eis, teilweise auf mehreren Ebenen, und formt eine bizarre, fast arktisch anmutende Landschaft.
Bereits am vergangenen Wochenende lockte das Naturphänomen Schaulustige in Scharen an den Strand. Auch am Mittwoch gab es bei herrlichem Sonnenschein kaum einen freien Parkplatz. Am Strand tummelten sich Hunderte Menschen – von Klein bis Groß. Überall wurden Kameras gezückt sowie Fotos und Videos aufgenommen.
Auch für die Eigentümerin des Campingplatzes und des Ostsee-Strandhauses Holnis ist der Anblick in diesen Tagen etwas Besonderes. „Dass sich das Eis meterhoch am Strand auftürmt, habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, sagt Wiebke-Sophie Volquardsen. „Dauerfrost und der langanhaltende Ostwind haben hier eine bizarre Eiswelt geschaffen.“
Strand im Norden: Kinder und Rentner klettern auf Eisberge
An manchen Stellen türmt sich das Eis mittlerweile über 1,50 Meter hoch. Kinder nutzten die Eisberge zum Klettern. Manch einer erklomm sie, um sich dort fotografieren zu lassen. Über mehrere hundert Meter erstreckt sich die Eislandschaft auf der Ostseite der Halbinsel Holnis.

Da ab der kommenden Woche ein deutlicher Temperaturanstieg vorhergesagt ist, dürfte der Andrang in den nächsten Tagen kaum nachlassen. Auch die Parkplätze dürften weiterhin stark belegt sein. Am Mittwoch war der große Parkplatz am Fuße des Campingplatzes zeitweise komplett ausgelastet.
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Autofahrer standen Schlange und mussten mitunter warten, bis sich eine freie Lücke ergab. „Wir wollten nur mal kurz schauen, wie es hier am Strand aussieht“, sagt ein junger Familienvater, der mit seinen Kindern nach Holnis gefahren ist. „Dass hier so viele Menschen sind und wir nicht einmal auf Anhieb einen Parkplatz gefunden haben, hätten wir nicht erwartet.“
Die Ostsee hat auf dieser Seite von Holnis keine geschlossene Eisschicht gebildet. Im Wasser treiben lediglich vereinzelt kleinere Eisschollen. Wind und Wassertemperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt haben in Verbindung mit teilweise deutlich unter null Grad liegenden Lufttemperaturen diese Eiswelt entstehen lassen.
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