Eigentlich sollte die elektrisch betriebene Fähre bereits in Betrieb sein und zwischen Brodersby und Kosel fahren, doch es gab Probleme.

Eigentlich sollte die elektrisch betriebene Fähre bereits in Betrieb sein und zwischen Brodersby und Kosel fahren, doch es gab Probleme. Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE | Torsten Sukrow/SULUPRESS.DE

Pannen, Rückkäufe, Millionen-Kosten: Neue Schlei-Fähre soll endlich starten

Das jahrelange Fähren-Drama auf der Schlei könnte sich dem Ende zuneigen: Seit Anfang 2024 sollte die neue Elektro-Solar-Fähre „Missunde III“ eigentlich schon auf dem Wasser unterwegs sein. Doch das verzögerte sich immer wieder. Schließlich musste das Land Schleswig-Holstein die Vorgängerin, ein marodes Schiff, zu horrenden Preisen zurückkaufen – sogar zweimal! Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache.

Ab dem 4. März wird der Betrieb der Schlei-Fähre zwischen Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) und Kosel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) für voraussichtlich vier Wochen eingestellt. Das teilte der Betreiber, der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, am Mittwoch mit.

Schlei-Fähre „Missunde III“ wird ab April eingesetzt

Der Grund: In dieser Zeit würden die Schiffsanleger für die „Missunde III“ vergrößert, die größer ist als ihre mit Diesel betriebene Vorgängerin, die „Missunde II“. Das Elektro-Schiff wird währenddessen noch bei der Werft German Naval Yards in Kiel mit vier Querstrahlrundern und zusätzlichen Batteriekapazitäten nachgerüstet und soll ab dem 1. April dann ihren Dienst auf der Schlei aufnehmen.

Das wird auch höchste Zeit: Eigentlich sollte die „Missunde III“ schon seit Januar 2024 zwischen Brodersby und Kosel hin und her fahren. Doch beim damaligen Testbetrieb stellte sich heraus: Bei einer Windstärke von mehr als drei Beaufort begann die 3,3 Millionen Euro teure Hightech-Fähre zu schlingern und konnte nicht mehr sicher anlegen. Aus diesem Grund entschied man sich für die Nachrüstung – aber was sollte solange mit den 120.000 Autos und 50.000 Fahrgästen, die die Fährverbindung jährlich nutzen, passieren?

Schleswig-Holstein kaufte alte Fähre zweimal zurück

Als Notlösung musste die 23 Jahre alte „Missunde II“ herhalten – die von dem schleswig-holsteinischen Landesbetrieb allerdings schon zuvor für 17.000 Euro nach Dänemark verkauft worden war. Im April 2024 kaufte Schleswig-Holstein die altersschwache Fähre für 50.000 notgedrungen wieder zurück – fast das Dreifache des Verkaufserlöses.

Doch da war noch nicht Schluss: Im September 2024 bekam der Däne für das Vorkaufsrecht noch einmal 50.000 Euro vom Land Schleswig-Holstein. Die Umbaukosten am Anleger und an der neuen Fähre belaufen sich laut Land noch einmal zusätzlich auf gut 1,3 Millionen Euro. Diese würden aus Rücklagen des Landesbetriebs gedeckt, hieß es.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test