Matthias Isecke-Vogelsang

Matthias Isecke-Vogelsang war Punk und ehemaliger Schulleiter der Lübecker Gotthard-Kühl-Schule. (Archivbild). Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Trauer um besonderen Pädagogen: Norddeutschlands Punk-Schulleiter ist tot

Auffälliger Irokesenhaarschnitt, Nietenarmbänder und zerrissene Jeans – Matthias Isecke-Vogelsang war ein Schulleiter im Punk-Outfit. Nun ist er im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit verstorben. 

Dies wurde der MOPO vom Kirchenkreis Ostholstein und der Nordkirche bestätigt. Als bunter Vogel der Bildungslandschaft machte Isecke-Vogelsang überregional Schlagzeilen. Er war ein leidenschaftlicher Pädagoge, ein engagierter Ehrenamtlicher und ein aktiver Christ.

Auch außerhalb der Schule engagierte sich der Punk-Schulleiter

Isecke-Vogelsang gehörte Mitte der 1970er Jahre zur ersten Generation deutscher Punks. Nach dem Pädagogikstudium übernahm er 1991 die Leitung der Grund- und Hauptschule in Süsel. Dort engagierte er sich auch als Leiter der Volkshochschule, Vorsitzender des DRK-Ortsverbands, in kirchlichen Projekten, bei Gedenkarbeit, Strandgottesdiensten oder Motorradsegen.

Dr. Peter Wendt, Präses der Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Ostholstein, der selbst im Schuldienst tätig war, zeigte sich erschüttert über den Tod seines langjährigen Freundes und Weggefährten: „Ich bin sehr traurig, denn Matthias war mir schon in der Zeit des Schuldienstes sehr nahe und ich fühle mich ihm stark verbunden.“

Landesbischöfin: „Isecke-Vogelsang hat kirchliches Leben nachhaltig bereichert“

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sagte: „Wir verlieren mit Matthias Isecke-Vogelsang eine Persönlichkeit, deren kluge, liebevolle und visionäre Art unser kirchliches Leben nachhaltig bereichert hat.“ Und weiter: „Als Nordkirche sind wir seiner Familie und allen, die ihm nahestanden, in Trauer und Schmerz verbunden“,


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Überregional bekannt wurde Isecke-Vogelsang erst 2010: Als er die Leitung der Gotthard-Kühl-Schule in Lübeck übernahm, berichteten bundesweite Medien über den Punk-Schulleiter. Sein Ziel: Vorurteile abbauen und für Vielfalt, Respekt und Chancengerechtigkeit werben.

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2018 ging er in den Ruhestand. Er war verheiratet, Vater von drei Kindern und Großvater. Der Nordkirche blieb er eng verbunden. Sein Trauergottesdienst findet am 3. Dezember in der St.-Laurentius-Kirche in Süsel statt. Der Dresscode: bunt statt schwarz – so hatte er es sich gewünscht. Statt Blumen bittet die Familie um Spenden für die Laurentius-Kirche sowie das Haus Münzviertel der Diakonie Hamburg. Die Beisetzung erfolgt später im kleinen Familienkreis in Düsseldorf. (mp)

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