Nach Unfall mit Gelenkbus auf A24: Ursache steht fest – Betreiber reagiert
Der schwere Unfall mit einem Bus des Schienenersatzverkehrs auf der A24 im August 2025 hat kein juristisches Nachspiel. Nach monatelangen Ermittlungen wurde das Verfahren eingestellt.
Der Unfall hatte sich am 16. August 2025 im Kreis Herzogtum Lauenburg ereignet. Ein Gelenkbus des Ersatzverkehrs für die gesperrte Bahnstrecke Hamburg–Berlin war bei Schwarzenbek von der Fahrbahn abgekommen, ins Schleudern geraten und hatte die Mittelleitplanke durchbrochen. Dabei wurden vier Fahrgäste verletzt, der Busfahrer sogar schwer. Die Autobahn musste zeitweise in beide Richtungen gesperrt werden.
Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Links-Fraktion an den Bundestag hervorgeht, konnten die Ermittler jedoch weder ein technisches Problem noch einen menschlichen Fehler als Ursache feststellen. „Bezüglich des Unfalls vom 16. August 2025 ergaben die behördlichen Ermittlungen wie auch die interne Prüfung keine Hinweise auf technisches oder menschliches Versagen“, heißt es darin. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren deshalb eingestellt.
Betreiber des Ersatzverkehrs reagiert auf Unfälle
Wie kam es dann zu dem folgenschweren Unfall? Die Staatsanwaltschaft Lübeck spricht gegenüber dem „Abendblatt“ von einem „Zusammenspiel mehrerer Faktoren“, die dazu führten, dass der hintere Teil des Gelenkbusses ausbrach. Laut Oberstaatsanwalt Jens Buscher spielten unter anderem der Zustand der Fahrbahn rund um die Unfallstelle sowie die Geschwindigkeit des Busses eine Rolle. Gleichwohl hätten die Untersuchungen ergeben, dass das Unglück nicht zwingend vermeidbar gewesen wäre, wenn der Busfahrer langsamer gefahren wäre. Der Gelenkbus, der für Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde zugelassen war, war laut Gutachten kurz vor dem Unfall in der Spitze mit 98 km/h unterwegs.

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Ganz ohne Konsequenzen blieb der Unfall dennoch nicht. Der Betreiber des Ersatzverkehrs reagierte mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen: Die Höchstgeschwindigkeit für Gelenkbusse wurde freiwillig auf eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde begrenzt und die gesamte Flotte technisch auf dieses Tempo gedrosselt.
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Der Unfall hatte eine breite Diskussion ausgelöst. Politiker und Verkehrsexperten stellten damals infrage, ob Gelenkbusse überhaupt auf Autobahnen eingesetzt werden sollten. Die Kritik wurde noch lauter, nachdem wenige Wochen später ein weiterer Bus des XXL-Schienenersatzverkehrs auf der A24 verunglückte.
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