Möwenfüttern ab sofort verboten: Ostseebad droht mit vierstelligem Bußgeld
Eckernförde plant ein Möwenfütterungsverbot ab Mittwoch, 11. Juni in der Innenstadt und an Stränden. Die Stadt will so Konflikte mit Tieren verringern und gesundheitliche Folgen für die Möwen vermeiden. Kontrollen sind vorgesehen.
Wer kennt es nicht? Man möchte in der Innenstadt von Eckernförde gemütlich sein Eis oder Fischbrötchen essen, hält es in der Hand und plötzlich spürt man einen Lufthauch von hinten und das Eis oder das Brötchen ist weg. Der Dieb: eine hungrige Möwe.
Doch das ist nicht nur nervig und teuer, wenn man sein gerade erworbenes Essen gleich nochmal kaufen muss, sondern auch schädlich für die Tiere. „Das Füttern von Möwen schadet mehr, als dass es nützt“, schreibt der Nabu auf seiner Homepage. „Vor allem sind Essensreste für die Vögel schwer verdaulich und ohne Nährwert. Sie verhungern dann trotz vollen Magens.“
Eckernförde: Ab 11. Juni ist Füttern von Möwen verboten
Entsprechend will die Stadt nun handeln und hat eine Satzung für ein Möwenfütterungsverbot erarbeitet. Gelten soll das ab Mittwoch, 11. Juni. Denn immer wieder kommt es in Eckernförde vor, dass die Möwen sich nicht nur frech das Essen klauen, sondern auch, dass die Tiere bewusst gefüttert werden. „Wir haben die Hoffnung, dass die Übergriffe weniger werden, wenn Möwen nicht mehr gefüttert werden“, erklärte Gitta Weide, Pressesprecherin der Stadt Eckernförde.
Denn Möwen werden eigentlich erst hartnäckig und frech, wenn sie gelernt haben, dass Menschen Fressbares bereithalten, erklärt der Nabu. „In der Folge der vielfach verbreiteten Praxis, Möwen zur allgemeinen Unterhaltung und aus Freude an ihren Flugkünsten Brot und andere Essensreste zuzuwerfen, lernen diese, gelegentlich etwas nachzuhelfen, wenn aus Sicht der Möwen das Futter nicht schnell genug gereicht wird“, heißt es auf deren Internetseite. Schließlich ist die Möwe, die sich das Brot direkt aus der Hand des Menschen holt, im Vorteil gegenüber derjenigen, die geduldig wartet, dann aber leer ausgeht.
In Eckernförde soll das Fütterungsverbot in der gesamten Innenstadt, am Hafen, Haupt- und Südstrand, in den Kuranlagen und an der Borbyer Promenade gelten, teilte Gitta Weide mit. Der Kommunale Ordnungsdienst soll das Verbot kontrollieren und Bürger für das Thema sensibilisieren. Wird eine Möwe gefüttert, wird es als Ordnungswidrigkeit gewertet. Das könnte nach Angaben der Stadt fünf Euro kostet – es könnten aber auch bis zu 1000 Euro fällig werden.
Marina Wentdorf ließ lustige Verbotsschilder entwickeln
Eckernförde ist nicht die erste Stadt, die das Füttern von Möwen verbietet. Auch in Kiel gilt ein Verbot. Doch ob das tatsächlich die Übergriffe verringert hat, kann nicht wirklich beurteilt werden. Fakt ist jedenfalls, dass auch zwei Jahre nach der Einführung noch immer Bürger in der Innenstadt sitzen, gekrümmt über ihrem Brötchen und panisch nach links und rechts guckend, ob nicht doch noch von irgendwo her eine Möwe im Anflug ist.
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Marina Wentdorf hat ebenfalls ein Fütterungsverbot eingeführt und nimmt das Thema mit Humor. Auf den Verbotsschildern am Hafen sieht man eine dicke und reichlich böse guckende Möwe mit blau-weiß gestreifter Mütze und Bier sowie Burger in der Hand. Dabei hält die Möwe ein Schild hoch, auf dem „Hunger“ steht. Im Hintergrund fliegt eine Möwe mit einer Pommes im Schnabel. Darüber steht „Möwen füttern verboten“. Die Schilder sorgen immer wieder für schmunzelnde Spaziergänger.