Schleswig-Holstein

Mit kleinen Tricks: So machen Sie Urlaub wie in Ihrer Kindheit

Wasser und Sonne gehören zu einer analogen Kindheit dazu.
Wasser und Sonne gehören zu einer analogen Kindheit dazu.

Insta-Trend 90s Summer: So erleben Ihre Kinder den perfekten Sommer ohne Handy oder Tablet

Auf Instagram wird der „90s summer“ gefeiert: Die Sehnsucht von Eltern nach einer unbeschwerten Kindheit wie in den Sommern ihrer eigenen Jugend ist groß. Statt Internet und Handy gab es Freiheit und Abenteuer. Diese unbeschwerte Zeit lässt sich auch heute für Kinder wiederbeleben – einfacher als gedacht.

Kein Handy, kein Internet, und der Fernseher hatte nur ein paar Programme: Die Sommer der 90er-Jahre, das war eine ganz besondere Zeit. Morgens ging es ohne Plan nach draußen. Auf den Straßen und in den Gärten wurde gespielt, Höhlen gebaut und die Gegend erkundet. Zurück kam man, wenn es dunkel wurde oder es laut „Abendbrot ist fertig“ durch das Dorf schallte. Der Sommer roch nach Sonnencreme und ganz großer Freiheit.

Diese Erinnerungen teilen viele Kinder von damals, die heute Eltern sind. Sie wünschen sich die Unbeschwertheit jener Sommertage auch für ihren Nachwuchs. Gar nicht so einfach, sagen Sie? Heute ist das Internet allgegenwärtig und die Bildschirmzeit nicht vermeidbar? Papperlapapp! Wir haben ein paar Tipps parat, wie Ihre Kinder den Sommer ganz analog verbringen können – dreckige Füße und viele Marmeladenglasmomente inklusive.

Krebse angeln

Krebse angeln macht Spaß und ist eine schöne Kindheitserinnerung.
Krebse angeln macht Spaß und ist eine schöne Kindheitserinnerung.

Ab auf den Steg oder auch die Mole und ran an die Leinen: Wenn die Sonne scheint und das Wasser glitzert, dann ist die beste Zeit zum Krebse angeln. Dafür braucht es gar nicht viel und schon gar nicht Zubehör aus dem Angelfachgeschäft. Eine Krebsangel ist ganz schnell selbst gemacht: eine Paketschnur, eine Wäscheklammer aus Holz, einen kleinen Stein als Gewicht und ein Stückchen Salami als Köder – fertig. Gut vorbereitete Kinder haben noch einen Kescher dabei, um den Fang sicher in den Eimer mit Meerwasser zu befördern.

Am Ende werden die Krebse wieder freigelassen.
Am Ende werden die Krebse wieder freigelassen.

Herr Fischer, Herr Fischer

Einen absoluten Schulhof- und Spielplatz-Klassiker der 90er-Jahre kann man auch noch heute überall dort spielen, wo viel Platz ist: auf der Straße, im Park, zum Beispiel auf den Schleswiger Königswiesen oder am Strand. Und so geht’s: Ein Kind ist der Fischer auf der einen Seite, die anderen auf der anderen Seite rufen: „Herr Fischer, Herr Fischer, wie tief ist das Wasser?“. Wenn der Fischer antwortet: „Zehn Meter tief!“, fragen die Kinder: „Wie kommen wir rüber?“. Der Fischer bestimmt dann die Bewegung (z. B. auf einem Bein hüpfen, wie ein Krebs krabbeln) und versucht, die anderen Kinder zu fangen. Wenn alle gefangen sind, geht es von vorne los.

Murmelturnier am Strand

In den 90ern hatte jeder eine Socke oder einen Beutel voller Glasmurmeln in der Hosentasche. Auf sandigem Untergrund, zum Beispiel am Badestrand von Langballigau, lässt sich daraus ein riesiger Spaß machen. Schnappen Sie sich ein paar bunte Glasmurmeln, graben Sie gemeinsam eine kleine Kuhle in den Sand und ziehen Sie eine Startlinie. Wer seine Murmel mit den wenigsten „Schnipsern“ in die Kuhle befördert, gewinnt. Das fördert die Motorik und hält die Kleinen stundenlang im Sand bei Laune.

Hörspielpicknick

Packen Sie eine Picknickdecke ein und ab ins Grüne. Statt des Smartphones zum Abspielen können Sie einen alten tragbaren CD-Spieler oder Kassettenrekorder mitnehmen. Zusammen im Gras liegen, Kekse mampfen und den Geschichten von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen lauschen – das erdet ungemein und bringt die Kids wunderbar runter.

Inlinerfieber

Person hält rosa Inlineskates mit weißen Rollen auf einem Gehweg.

In den 90ern gab es kaum ein Kind, das nicht auf acht Rollen unterwegs war. Die Straßen gehörten ihnen – bewaffnet mit neongelben Knieschützern und dem unverkennbaren Geräusch der Plastikrollen auf Asphalt. Vielleicht haben noch einige Erwachsene die Rollen von früher auf dem Dachboden. Damit geht’s auf die perfekt flachen Wege in unserer Region. Wer noch eins draufsetzen will, besorgt sich ein paar Pylonen und übt das Slalomfahren.

Geheimagenten-Mission mit Walkie-Talkies

Vergessen Sie Whatsapp-Standortfreigaben und GPS-Sender in der Schuhsohle. Früher lief die Kommunikation über echte Walkie-Talkies – inklusive Rauschen, Funkdisziplin und dem obligatorischen „Bitte kommen!“. Besorgen Sie sich ein Set einfacher Funkgeräte (gibt es für wenig Geld) und fahren Sie zum Beispiel ins Idstedter Gehege. Die Kids teilen sich in zwei Teams auf: Ein Team versteckt sich oder bewacht ein „Hauptquartier“, das andere muss sich lautlos anschleichen. Der dichte Wald bietet die perfekte Kulisse für ein analoges Agenten-Abenteuer.

Gruselabende

Stockbrot und Lagerfeuer: So kann ein Sommerabend ausklingen.
Stockbrot und Lagerfeuer: So kann ein Sommerabend ausklingen.

Sommerabende waren damals erst komplett, wenn man sich gegenseitig gruselige Geschichten erzählt hat, beim Lagerfeuer im eigenen Garten oder am Strand. Wenn es langsam dämmert, wird das Lagerfeuer entfacht, Stockbrot gegrillt, und jeder muss eine unheimliche (oder spannende) Geschichte erzählen. Wer hält am längsten durch, ohne sich zu erschrecken? (Dieser Artikel erschien zuerst auf shz.de)


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