Messer-Tod vor Disco bei Hamburg: 22-Jährigem droht lange Haftstrafe
Am 13. April kam es im „Fun-Parc” zu einer tödlichen Gewalttat: Gegen 2.25 Uhr eskalierte ein Streit vor dem Club. Mehrere junge Männer gerieten aneinander, am Ende starb einer von ihnen durch Stiche mit einem Messer. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde nun Anklage erhoben.
Der 21-jährige Mirac Y. aus Mölln erlitt bei einem Disco-Besuch im April dieses Jahres mehrere Stichverletzungen und verblutete. Trotz sofortiger Notarztversorgung verstarb er noch vor Ort an inneren und äußeren Blutungen – das konnte in der anschließenden Obduktion festgestellt werden.
Tödliche Stiche mit Messer: 22-Jähriger stellt sich
Zehn Tage nach der Tat erschien ein heute 22-jähriger Stormarner gemeinsam mit seinem Anwalt bei der Polizei und stellte sich. Zuvor war ihm im Tumult der Tatnacht die Flucht gelungen und er war spurlos verschwunden. Seit etwa sieben Monaten sitzt er jetzt in Untersuchungshaft und ist wegen Totschlags angeklagt. Für Totschlag gilt in Deutschland eine gesetzliche Mindeststrafe von fünf Jahren.
Welche Strafe ihm zusteht, entscheidet sich am Freitag. Der Prozess beginnt am 5. Dezember im Landgericht Lübeck, wie die „Lübecker Nachrichten“ zuerst berichteten. Bis Mitte März sind elf Verhandlungstage angesetzt.
Der „FunParc” in Trittau schloss im September seine Türen
Während Mirac damals im Rettungswagen notversorgt wurde, lieferten sich vor dem Disco-Eingang mehrere Gruppen brutale Schlägereien – das zeigten später die Videoaufnahmen. Einige von ihnen behinderten Polizei und Rettungskräfte, es kam zu mehreren Strafanzeigen.
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Eine Woche nach den tödlichen Messerstichen hatte der Club wieder seine Türen geöffnet. Auf Social Media wurde Kritik an der schnellen Wiedereröffnung laut. An jenem Samstagabend sollen kaum Gäste erschienen sein. Im Mai folgte der Insolvenzantrag. Einige Monate später verkündeten die Betreiber des „Fun-Parc“ die endgültige Schließung. Am 1. September endete nach 18 Jahren „Fun-Parc” eine Ära. (mp)
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