Makabrer Fund: Englische Familie schickt tote Mutter per Flaschenpost auf Reisen
Dass nach einer Sturmflut mal eine Flaschenpost auf ihrem Strand landet, das ist für die Bewohner der Hallig Süderoog normal. Aber eine Flasche mit Asche? Von einer Frau? Zusammen mit einem Brief der Hinterbliebenen? Inzwischen ist klar geworden, was es mit dem Fund auf sich hat – und was die Familie sich dabei gedacht hat, ihre verstorbene Mama auf eine letzte Reise über die Nordsee zu schicken.
„Ein wenig makaber war einem beim Finden schon zumute“, schreibt Halligbewohner Holger Spreer-Wree am 15. November auf der Facebookseite der Hallig Süderoog, und weiter: „Wir haben die Familie über die angegebene Emailadresse kontaktiert und sind nun auf Antwort gespannt.“
Wenige Wochen später gab es Neuigkeiten: Der Sohn und die Tochter der Verstorbenen hatten die Flaschenpost mit der Asche ihrer Mutter fünf Monate zuvor, im Juni, an der Ostküste Englands in die Nordsee geworfen, als eine letzte Reise in der geliebten Nordsee. „Wir lassen sie ihre Leidenschaft fortsetzen, indem wir ihre Reisen weiterführen“, hieß es in dem beiliegenden Schreiben.
Die Familie freute sich über die Nachricht von dem winzigen, fernen, deutschen Inselchen. Zu Lebzeiten sei die Mutter nie in Deutschland gewesen. „Wir freuen uns sehr, dass sie diesen Punkt von ihrer Liste abhaken kann“, schreibt der Sohn, offenbar mit englischem Humor gesegnet. Den Wunsch der Kinder, ihre Mama wieder ins Meer zu werfen und weiterreisen zu lassen, können die Inselbewohner allerdings nicht erfüllen, das verstieße gegen die deutschen Vorschriften zur Seebestattung.
Flaschenpost reist zurück nach England
Unter dem Post entspann sich eine rege Diskussion, ob es unter Umweltgesichtspunkten nicht verwerflich sei, dass die Familie sich für eine Plastikflasche entschieden habe, andere verwiesen auf den liebevollen Gedanken zweier Kinder an ihre reiselustige Mutter.
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Nun wurde ein letztes Update zum Schicksal der Flaschenpost veröffentlicht. Ihre Reise geht weiter, aber nicht in den Nordseewellen: „Knud Knudsen, unser Wattpostboote, wird das Päckchen mit nach Pellworm nehmen. Von der Nachbarinsel im Osten aus wird die Flasche dann ihre Reise zur Nachbarinsel (England) im Westen antreten. Spätestens zum neuen Jahr wird die ‚Mama‘ dann wieder bei ihren Kindern sein.“
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