Ein Rettungswagen steht vor dem Eingangsbereich des Krankenhauses Geesthacht.

Das Krankenhaus Geesthacht hat Ende Oktober Insolvenz angemeldet. Foto: picture alliance / ABBfoto

Krankenhaus erneut insolvent: Hunderte Arbeitsplätze betroffen – Bürger reagieren

Bereits vor einem Jahr musste Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) wegen einer Insolvenz um sein Krankenhaus bangen. Nur vier Monate nach der Übernahme durch einen neuen Investor ist das Krankenhaus erneut in der Insolvenz. Hunderte Arbeitsplätze sind betroffen, mehrere Fachabteilungen sollen geschlossen werden. Die Stadtpolitik prüft verschiedenste Rettungsoptionen. Mit einer Petition kämpfen nun auch die Bürger um die Klinik.

Eine Sache steht fest: „Wir sind uns einig darüber, dass die Versorgungssicherheit vor Ort erhalten werden muss“, betont Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze (SPD). Das Krankenhaus der Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg hat Ende Oktober Insolvenz angemeldet – nur vier Monate, nachdem Investor Thomas Pötzsch für einen Neustart der insolventen Klinik sorgen wollte.

Geesthacht: Insolvenz vier Monate nach Übernahme

Bereits im September 2024 hatte das Krankenhaus Insolvenz angemeldet, zum 1. Juli 2025 hatte Pötzsch die Klinik mit seiner CTP Gruppe übernommen. Das Versprechen: Die rund 700 Arbeitsplätze sollen gesichert und die Gesundheitsversorgung in vollem Umfang erhalten bleiben. Geesthacht solle zu einem „Vorzeigestandort in der Medizin und der Pflege“ ausgebaut werden, so Plötzsch damals.


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Doch daraus wurde nichts: Bereits am 28. Oktober wurde für die Klinik erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung eröffnet. Pötzsch begründete die Insolvenz mit einem monatlichen Defizit in Höhe von 600.000 Euro. Eine Grundversorgung soll erhalten bleiben – mehrere Fachabteilungen sollen aber bereits 2026 geschlossen werden. Darunter sind die Geburtshilfe und die Notaufnahme, die laut Angaben der Stadt monatlich etwa 1400 Patienten versorgt.

Tausende Unterschriften für Petition

Die Stadt setzte sich intensiv für eine Lösung ein: So beschloss die Stadtpolitik in der Ratsversammlung am 14. November, einen neuen Betreiber finden zu wollen, der alle Fachabteilungen erhalten möchte. Bürgermeister Schulze soll zudem prüfen, ob die Stadt und der Kreis das Krankenhaus gemeinsam übernehmen könnten.  „Wir können nichts versprechen, aber es lohnt sich, für den Medizinstandort Geesthacht zu kämpfen – und das machen wir!“, so Schulze.

Wie der Politiker nun dem „Abendblatt“ sagte, sei eine Überlegung, dem Betreiber CTP das Krankenhaus samt Grundstück und das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) abzukaufen. Die Klinik könnte später unter Beteiligung der Mitarbeiter weitergeführt werden. Auch ein Förderverein komme infrage.

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Die Bürger zeigen ebenfalls großen Einsatz: Mit einer Petition kämpfen sie für den Erhalt der Klinik. „Die nächsten Kliniken mit vergleichbaren Leistungsangeboten liegen teils mehr als 30 Kilometer entfernt – ein Risiko für Patientinnen und Patienten in lebensbedrohlichen Situationen“, steht es in der Petition, die bereits mehr als 7000 Unterschriften zählt. Da die Krankenhausversorgung grundsätzlich Aufgabe des Kreises und Landes ist, fordern sie den Landtag auf, tätig zu werden.

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