Jüngster Fahrer aller Zeiten: Dreijähriger Knirps „unterschreibt“ Rennfahrer-Vertrag
Gerade mal drei Jahre alt – und schon im Rennteam: Motocross-Talent Mio Ritter aus Schleswig-Holstein hat einen Vertrag beim Juniorteam von KMP-Honda-Racing unterschrieben. Der Mini-Fahrer sorgt nicht nur auf der Strecke, sondern auch auf Tiktok für Aufsehen.
Ein Dreijähriger unterschreibt einen Vertrag bei einem Rennteam – klingt völlig surreal. Doch Motocross-Talent Mio Ritter, auch bekannt als Hauptdarsteller des 41.400 Follower starken Tiktok-Kanals „mx_knightbrothers“, hat genau das nun geschafft. Beim Juniorteam der Profimannschaft KMP-Honda-Racing unterschrieb der dreijährige Mio aus Kellinghusen (zusammen mit seiner Mutter Nadine) einen Vertrag für die anstehende Saison 2026.
Kind fährt erst seit einem Jahr
„Er ist der jüngste Fahrer, den wir jemals hatten“, sagt Alexander Karg, Teamchef und Inhaber von KMP-Honda-Racing. „Mio ist sehr affin und hat viel Leidenschaft. Das hat mir gefallen“, sagt der 51-Jährige zu seinem neuen Nesthäkchen. Mio Ritter (3) hat den Vertrag beim Team KMP-Racing von Teamchef Alexander Karg (l.) selbst unterschrieben. Zusätzlich zu seiner Mutter Nadine natürlich.
Mutter Nadine berichtet, welch große Fortschritte ihr dreijähriger Sohn, der noch nicht einmal seit einem Jahr Motocross fährt, in den vergangenen Monaten gemacht hat: „Mittlerweile macht er auch Sprünge. Da bekomme ich fast einen Herzinfarkt.“
Vertrag zielt auf ideelle Förderung ab
Beim Blick auf die Millionen von Klicks, die Mio auf Tiktok generiert, stellt sich die Frage: Hat er den Vertrag nur wegen der Aufmerksamkeit um seine quirlige Person bekommen? „Nein. Ich habe einfach ein Herz für Kinder“, sagt Karg. Ihm gehe es nicht um die Aufmerksamkeit, sondern darum, junge Fahrer auf die richtige Bahn in ihrer Sportlerkarriere zu bringen.
Der Kontakt zur Motocross-Familie Ritter kam zustande, weil die Ritters als Kunden in dem Shop waren, der auch zu KMP-Racing gehört. „Da sind wir ins Gespräch gekommen“, berichtet Karg. Von vielen Seiten hatte Mutter Nadine Meinungen zu den nächsten Schritten für die noch junge Motocross-Karriere Mios. Bei Alexander Karg, der selbst jahrelang professionell Motocross fuhr, fand sie fundierten Rat.
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Und dafür soll der abgeschlossene Vertrag nun gut sein. Zusätzlich zu Motocross-Zubehör wird Mio ideell gefördert mit Beratung und einem kostenlosen Training pro Monat von einem Fahrer des Profiteams. Gehaltszahlungen gibt es in diesem Alter noch nicht. Die ersten entgeltlichen Profiverträge gebe es für die besten Fahrer meistens erst kurz vor Ende der Volljährigkeit, erklärt Karg.
Extra-Genehmigung für Teilnahme an Wettbewerben
Für sein neues Team startet der dreijährige Mio Ritter in der 50-Mini-Klasse. Dafür brauchte es eine Sondergenehmigung der Deutschen Jugendförderung Motocross (DJFM). „Drei Jahre sind normalerweise ein bisschen niedrig, um einige Sachen zu verstehen“, erklärt Thomas Recklies von der DJFM. Eigentlich ist das Mindestalter für den Start in dieser Klasse vier Jahre. Mio hat erst im Sommer seinen vierten Geburtstag. „Wir haben aber Videos von ihm gesehen und sind zuversichtlich, dass er in diese Klasse passt“, sagt Recklies über Mio.
Los geht es mit dem ersten von acht Rennen der Saison schon im März im thüringischen Bad Salzungen. Dort soll sich entscheiden, ob Mio auch die weiteren sieben Rennen der Saison mitfahren wird. Mutter Nadine Ritter und die DJFM haben vereinbart, dass beide Seiten nach dem ersten Rennen noch einmal neu beurteilen dürfen, ob Mio dem Rennbetrieb schon gewachsen ist. „Ich will so wenig Druck wie möglich auf Mio ausüben“, erklärt Nadine Ritter diesen Schritt.
Mios Bruder unterstützt ihn
Beim Lampenfieber vor dem ersten Rennen wird Mio wie immer sein großer Bruder Thilo (15) zur Seite stehen. Der fährt auch Motocross und startet bei den Rennen in einer höheren Altersklasse für den Motorsportklub Nordmark aus Kiel. Das ist der Verein, für den auch Mio gefahren wäre, hätte ihm KMP-Racing nicht das Vertragsangebot gemacht. Trotz der nun verschiedenen Teams, für die sie starten, halten ihre Söhne zusammen, weiß Mutter Nadine: „Die beiden sind trotzdem wie Pech und Schwefel. Thilo freut sich total mit Mio.“
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Die Vorfreude der Motocross-Familie Ritter auf den Startschuss des ersten Rennens am 28. März im thüringischen Bad Salzungen steigt. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)