Gravierende Schäden: Stadt im Norden sperrt wichtige Brücke noch in der Nacht
Der Zustand der fast 130 Jahre alten Mühlentorbrücke in Lübeck hat sich seit dem Sommer nachweislich verschlechtert. Wie stark, haben Sachverständige in der Nacht zum Freitag festgestellt – daraufhin sperrte die Stadt das Bauwerk sofort. Das trifft die rund 21.000 täglichen Brücken-Befahrer hart.
Eine Sonderprüfung in der Nacht zum Freitag habe ergeben, dass sich der Zustand der Brücke am östlichen Ende der Altstadt am Freitag seit der letzten Prüfung im Sommer dieses Jahres weiter verschlechtert habe, gab die Stadt Lübeck bekannt. Um eine mögliche Gefährdung der Verkehrsteilnehmer durch eine weitere Nutzung und die damit verbundene Belastung der Brücke auszuschließen, sei die Vollsperrung notwendig geworden.
Die fast 130 Jahre alte Brücke gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Lübeck. Täglich rollen etwa 21.000 Fahrzeuge darüber, darunter rund 1400 Lastwagen und 730 Busse.
Lübeck: Zwölf Buslinien müssen umgeleitet werden
Wegen der gravierenden Bauschäden müssen sich Verkehrsteilnehmer auf erhebliche Einschränkungen einstellen. So müssen insgesamt zwölf Stadtbuslinien umgeleitet werden, auch Autofahrer müssen mit Umleitungen und Behinderungen rechnen.
Die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Brücke wird voraussichtlich erst im Herbst 2026 beginnen. Ursprünglich war der Sanierungsbeginn für das dritte Quartal 2024 geplant, er war aber mehrfach verschoben worden. Die Stadt Lübeck rechnet mit einer Bauzeit von mehreren Jahren.
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Wegen des schlechten Zustands der Mühlentorbrücke waren bereits im Dezember 2019 die Fahrbahnbreite eingeschränkt und die Gehwege auf die Fahrbahnen verlegt worden. Im Mai 2023 wurde neben dem eigentlichen Bauwerk eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.
Seit 2022 wird die Brücke alle drei Monate von Experten auf Tragwerksschäden überprüft. Zuletzt waren dabei unter anderem Abplatzungen an den Widerlagerkonstruktionen und Risse in einigen Blechen festgestellt worden. Außerdem hätten sich bestehende Spalte an den Brückensockeln nachweislich vergrößert, teilte die Stadt mit. (dpa/mp)
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