Gehbehinderte Senioren gefangen in der eigenen Wohnung
Für Peter Isaakson ist es eine absolute „Katastrophe“. Seit drei Wochen kann der 85-Jährige seine Wohnung nicht verlassen. So lange schon ist der Aufzug in der Seniorenwohnanlage, die er bewohnt, defekt. Nur ein einziges Mal ist der gehbehinderte Mann, der auf einen Rollator angewiesen ist, seitdem draußen gewesen: Da haben ihm seine Kinder die Treppe runtergeholfen, indem sie ihn links und rechts stützten. „Sonst hätte ich ja an der Feier zum 85. Geburtstag meiner Frau im Restaurant nicht teilnehmen können.“
Auch bei Nachbarin Elke Paßvogel hat der Ausfall des Lifts das tägliche Leben total auf den Kopf gestellt. Sie kann zwar auch ohne Gehhilfe ein wenig laufen, „aber Treppensteigen und dabei auch noch die Einkäufe schleppen – das übersteigt meine Kräfte“, sagt sie. Seit der Aufzug defekt ist, quält sie sich: Dann stellt sie ihre Taschen vor sich ab, zieht sich mit beiden Händen am Geländer hoch, nimmt die Taschen wieder hoch, stellt sie auf der nächsten Stufe ab, geht einen Schritt höher und so weiter…
Schauplatz: Eichredder 2 in Oststeinbek. In dem Haus mit 24 Wohnungen leben ausschließlich Menschen ab 60, die meisten mit Behinderung. Jetzt herrscht Ausnahmezustand. Die Verzweiflung ist so groß, dass sich die Mieter zusammengeschlossen und einen aus ihren Reihen zum Sprecher bestimmt haben, um sich gegen den Vermieter, die Vonovia, zu wehren.
- Deutsch (Deutschland)
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